Wo Barrierefreiheit Grenzen hat

Wo Barrierefreiheit Grenzen hat

Barrierefreiheit ist ein viel gelesenes und zitiertes Schlagwort unserer Tage. Gemeint ist damit die Aufgabe, Menschen mit Behinderungen so weit wie möglich Bewegungsfreiheit zu verschaffen und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Eine Selbstverständlichkeit

Barrierefreiheit ist ein viel gelesenes und zitiertes Schlagwort unserer Tage. Gemeint ist damit die Aufgabe, Menschen mit Behinderungen so weit wie möglich Bewegungsfreiheit zu verschaffen und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Eine Selbstverständlichkeit. Leute mit diesem Handicap müssen sich allerdings auch damit arrangieren, dass die unabänderliche Beschaffenheit der Natur ihrem verständlichen Anliegen Grenzen setzt. Das tun aber auch von Menschenhand geschaffene Anlagen - ob gewollt oder ungewollt. Eine Leserin aus Saarbrücken hat jetzt die Redaktion wissen lassen, dass ein Besuch der als "touristisches Highlight" gepriesenen Wassergärten im Garten Reden für sie und ihren auf den Rollstuhl angewiesenen Mann frustrierend verlief. Die Millionen-Investitionen für die attraktive Anlage seien "aus Behindertensicht skandalös" eingesetzt worden, so die Saarbrückerin, die sich auch an die verantwortliche Industriekultur Saar (IKS) und den Landkreis Neunkirchen gewandt hat. Sie moniert einen fehlenden Fahrstuhl an den Zugangstreppen, zu versteckte Hinweise auf die Behindertenparkplätze auf der unteren Ebene sowie Treppen und Hindernisse, die die Mitte der Anlage und den Mosesweg für Behinderte unzugänglich machen. Deren Umgestaltung hält IKS-Geschäftsführer Karl Kleineberg aber für "undenkbar". Dann funktioniere das ganze System nicht mehr. So bedauerlich dies auch sei, hier seien der Zugänglichkeit Grenzen gesetzt. Über einen Fahrstuhl am entstehenden Treppenturm zur Straße hin habe man sich sehr wohl Gedanken gemacht. Doch neben dem Finanzaufwand wirke hier ein ganz anderes gesellschaftliches Problem bremsend: technische Anlagen im öffentlichen Raum seien immer wieder Vandalismus ausgesetzt. Womit der "Schwarze Peter" weiter gereicht wird: nicht nur unsensible Planer, auch hirnlose Rowdys verhindern offenbar mehr Behindertenfreundlichkeit.