1. Saarland

Wissenschaftler tüfteln am mitdenkenden Auto

Wissenschaftler tüfteln am mitdenkenden Auto

Dagstuhl. Ein Geisterfahrer taucht aus dem Nichts auf, eine Baustelle hinter der nächsten Kuppel, ein Autofahrer, der das Lenkrad verreißt, ein Krankenwagen, der in die Kreuzung braust: Brenzliche Verkehrssituationen, die fatale Folgen haben können. Verhindert werden könnten diese Gefahren, wenn ein Auto mitdenkt und den Fahrer rechtzeitig warnt, sagen Wissenschaftler

Dagstuhl. Ein Geisterfahrer taucht aus dem Nichts auf, eine Baustelle hinter der nächsten Kuppel, ein Autofahrer, der das Lenkrad verreißt, ein Krankenwagen, der in die Kreuzung braust: Brenzliche Verkehrssituationen, die fatale Folgen haben können. Verhindert werden könnten diese Gefahren, wenn ein Auto mitdenkt und den Fahrer rechtzeitig warnt, sagen Wissenschaftler.

Sie sind sich sicher: Die Anzahl von Autounfällen könnte drastisch reduziert werden. Gefahrenhinweise könnten die Fahrer von ihrem eigenen Fahrzeug erhalten, das wiederum einen Tipp von einem anderen Fahrzeug bekommt. Derzeit ist nach Darstellung der Experten die reibungslose Kommunikation zwischen Autos mit Rückmeldungen zu den Fahrern noch Zukunftsmusik. Sie soll aber mit Hilfe von drahtlosen Technologien möglich gemacht werden.

Dem Stand der aktuellen Forschung in diesem Bereich widmen sich seit gestern und bis Mittwoch Informatiker, Verkehrswissenschaftler und Telematiker aus Forschung und Industrie auf einer internationalen Tagung auf Schloss Dagstuhl, dem Leibniz-Zentrum für Informatik im nördlichen Saarland.

Ob die vielen Verkehrsmeldungen der verschiedenen Radiosender oder die Verkehrsinformationen im Internet: Oft sind Warnungen überholt, der Autofahrer hängt sich ans Ende des Staus, der just in dem Moment im Radio erwähnt wird, oder er folgt der vorgeschlagenen alternativen Route - und landet an der nächsten Blechkarawane. "Neuere Navigationssysteme mit Internet- anbindung liefern zwar hilfreiche Informationen, allerdings sind auch hier Aktualität der Informationen", sagen die Wissenschaftler, schränken aber ein: "Insbesondere ist die Handhabung der Daten sehr fragwürdig, da diese zentral gesammelt und nach bestimmten, vom Anbieter intern festgelegten Kriterien verteilt werden."

Für sicherheitskritische Anwendungen sind diese Systeme nach Ansicht der Experten von Schloss Dagstuhl noch nicht geeignet. Für sie ist drahtlose Technologie der Schlüssel zur Optimierung. Digitale Datentechnik verbessert nach Meinung der Fachleute die allgemeine Verkehrssituation und versorgt den Autofahrer mit aktuellen Informationen. Die Vernetzung von Fahrzeugen nennen die Wissenschaftler eine große Chance, Staus und Gefahren besser ausweichen zu können. Handhabung, Kontrolle und Entwicklung von Methoden und Lösungen für eine solche Kommunikationsmöglichkeit ist für die Fachleute nach ihrer Darstellung noch eine sehr große Herausforderung - insbesondere für unfallverhütende Sicherheitsmaßnahmen. Bleibt ein Auto einfach stehen, wenn eine Gefahr erkennbar wird, will der Autofahrer das? Wie bekommt ein Autofahrer in solchen Fällen mehr Eigenständigkeit? Diese und weitere Fragen werden zurzeit auf Schloss Dagstuhl erörtert. Die Informatiker, Verkehrswissenschaftler und Telematiker aus Forschung und Industrie kommen aus vielen Ländern in den Hochwald.

"Insbesondere ist die Handhabung der Daten sehr fragwürdig." Wissenschaftliche Meinung