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IHK halbiert Prognose
Saar-Wirtschaft sieht 2018 nur Mini-Wachstum

Saarbrücken. Die Stimmung in den saarländischen Betrieben hat sich nach IHK-Angaben stark eingetrübt. Die auf Exporte ausgerichtete Industrie schwächelt. Von Volker Meyer zu Tittingdorf und dpa
Volker Meyer zu Tittingdorf

Während in der deutschen Wirtschaft  überraschend der Optimismus zurückgekehrt ist, hat der Aufschwung im Saarland im August einen kräftigen Dämpfer bekommen. Die saarländischen Konjunktur-Barometer sind stark gefallen, wie aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) unter 300 Betrieben mit insgesamt 120 000 Beschäftigten hervorgeht. Die IHK hat deshalb ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr halbiert – von 1,5 auf Werte um 0,75 Prozent. „Die Saar-Wirtschaft wird nur noch mit einem gemäßigten Tempo wachsen. Die Binnennachfrage stützt zwar weiterhin die Konjunktur, kann aber das schwächere Exportgeschäft nicht kompensieren“, sagte gestern IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen. Damit bleibt die Saar-Wirtschaft weit hinter dem Bundesschnitt zurück. Die aktuellen Prognosen von Experten für ganz Deutschland liegen bei 1,8 Prozent Wachstum.


Im Saarland sind die Stimmungswerte für die gegenwärtige Geschäftslage laut IHK-Umfrage auf den niedrigsten Wert in diesem Jahr abgesackt –  um 2,9 Punkte auf 48,4 Zähler. Hauptgrund dafür ist nach IHK-Angaben eine schwächere Entwicklung in Teilen der Industrie. Das Stimmungsbarometer der Industriebetriebe fiel sogar um sechs Punkte. Für die kommenden Monate sieht es nicht besser aus. Das Konjunkturbarometer für die Geschäftserwartungen verringerte sich um 3,1 Punkte auf 4,5 Zähler. Dies ist der dritte Rückgang in Folge. „Für den weiteren Konjunkturverlauf im Saarland kommt es jetzt entscheidend darauf an, dass die internationalen Handelskonflikte beigelegt werden. In diesem Fall sollte unsere Industrie über den Export wieder mehr Rückenwind erhalten“, sagte Klingen.

Ein wenig Hoffnung könnte machen, dass sich die USA und Mexiko gestern in ihrem Handelsstreit verständigt haben. Der Konflikt zwischen China und den USA hatte sich allerdings vergangene Woche weiter verschärft.



 Bundesweit sind die Unternehmen dagegen deutlich zuversichtlicher. Im August habe der Ifo-Geschäftsklimaindex um 2,1 Punkte auf 103,8 Zähler zugelegt, teilte das Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut gestern mit. Damit ist das wichtigste Konjunkturbarometer der deutschen Wirtschaft zum ersten Mal seit vergangenen November wieder gestiegen. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem Sommerhoch“, kommentierte Ifo-Chef Clemens Fuest die Ergebnisse. Eine Ursache für die bessere Stimmung sei auf „merklich optimistischere Erwartungen der Industriefirmen zurückzuführen, vor allem in der Automobilbranche“.