1. Saarland

Wirt wegen Steuerhinterziehung zu Bewährungsstrafe verurteilt

Wirt wegen Steuerhinterziehung zu Bewährungsstrafe verurteilt

Saarbrücken. Weil er im großen Stil Scheinrechnungen für ausländische Bauarbeiterkolonnen ausgestellt hat, ist ein Gastwirt vom Landgericht zu zwei Jahren Gefängnis mit Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss der 44-Jährige, bei dem der Fiskus nun fast eine halbe Million Euro Steuern einfordert, in den nächsten 24 Monaten 500 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten

Saarbrücken. Weil er im großen Stil Scheinrechnungen für ausländische Bauarbeiterkolonnen ausgestellt hat, ist ein Gastwirt vom Landgericht zu zwei Jahren Gefängnis mit Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss der 44-Jährige, bei dem der Fiskus nun fast eine halbe Million Euro Steuern einfordert, in den nächsten 24 Monaten 500 Stunden gemeinnütziger Arbeit leisten. Seine Lebensgefährtin und vier weitere Bekannte müssen zwischen 250 und 80 solcher Stunden erbringen. Im Gegenzug wurden die Verfahren gegen sie wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung eingestellt. Sie hatten sich nach Feststellung der Richter von einem derzeit flüchtigen Jugoslawen zum verlängerten Arm der organisierten Kriminalität machen lassen. Dabei sei es um das Weißwaschen von Schwarzarbeit am Bau gegangen. Der Jugoslawe und der Wirt aus dem Saarland, ein gelernter Metzger, hätten gemeinsam diverse Strohfirmen gegründet. Als Geschäftsführer hätten die Lebensgefährtin oder andere Bekannte des Gastwirtes fungiert. Die Strohfirmen hätten dann in den Jahren 2002 bis 2006 Scheinrechnungen in Höhe von insgesamt mehr als drei Millionen Euro ausgestellt. Diese Scheinrechnungen seien dann so eingesetzt worden: Irgendjemand lässt etwas bauen. Er beschäftigt eine Bauarbeiterkolonne. Die will schwarz arbeiten und kann deshalb unter ihrem Namen keine Rechnung erstellen. Also "kauft" sie sich eine passende Rechnung bei einer Firma des Angeklagten. Gemäß dieser Rechnung wird an die Firma des Angeklagten per Überweisung bezahlt. Sie behält eine geringe Provision, der Rest geht bar an die Schwarzarbeiter. Sie sind anschließend weg. Und wenn der Fiskus kommt und seine Steuern fordert, dann sind nur der Angeklagte und seine Freunde da. Die müssen den Kopf hinhalten. wi