1. Saarland

Wirbel um Pläne für Hobbithäuser im Saarpfalz-Park Bexbach

Investor kritisiert die Stadt : Hickhack um Hobbithaus-Pläne in Bexbach

() Gibt’s künftig in Bexbach keine Live-Rollenspiele auf dem Utopion-Gelände mehr? Und stirbt die Idee, dass ein Investor dort Hobbit-Höhlen als weltweit einzigartiges Übernachtungskonzept errichtet?

Es sieht so aus. Denn morgen soll der Bexbacher Stadtrat den aktuellen Bebauungsplan für das Areal am Saarpfalz-Park aufheben. Aus rechtlichen Gründen, wie die Verwaltung argumentiert. Der zehn Jahre alte Bebauungsplan berücksichtigt demnach unzureichend, dass die Zone Landschaftsschutzgebiet ist. Außerdem ist die Aufhebung wegen einer Rechtsänderung nötig, so die Verwaltung, denn ein Bunker mit Sprengstoff liege zu nahe am Gelände. Der Geländepächter Georg Hoch, ein Hotelier aus Österreich, fürchtet das sofortige Aus aller Aktivitäten auf dem Areal, etwa des drittgrößten Live-Rollenspiels in Europa „Epic Empires“ im August.

Er hat sich vor der Stadtratssitzung daher an die Bexbacher Stadtratsfraktionen gewandt und die Stadt für ihre angebliche Blockadehaltung kritisiert. Sein Ansinnen: Der aktuelle Bebauungsplan müsse geändert oder ein neuer verabschiedet werden. Man habe einen Vorschlag für einen neuen Bebauungsplan und das Umweltministerium diesem vorab grundsätzlich zugestimmt, so Hoch in seinem Brief an die Fraktionen. Das Umweltministerium bestätigt Hochs Angabe, dass es einem geänderten Bebauungsplan grundsätzlich zugestimmt habe. Die Naturschutzbehörden hätten festgehalten, dass der Plan „grundsätzlich aus natur- und artenschutzrechtlicher Sicht genehmigt werden könnte“. Auftretende Probleme könnte man durch Auflagen lösen.

 epic empires
epic empires Foto: Stefan Hirtz

Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis (SPD) wehrt sich indes gegen die Kritik. Die Stadt sei an der Realisierung des Projekts interessiert. Doch Leis betonte: „Wir werden an der Stelle keine illegalen Genehmigungen erteilen und nicht den Eindruck erwecken, es sei dort rechtlich etwas möglich, was nicht geht.“ Die Ausarbeitungen seines Hauses seien „fachlich, sachlich und rechtlich sauber“. Nach einem Gespräch mit Hoch am Montagabend sei das Thema für ihn nun Chefsache. Gestern Abend wollte er im nichtöffentlichen Ausschuss für Stadtentwicklung eine Lösung suchen. Keiner wolle, dass nach einer Abstimmung am Donnerstag auf dem Gelände nichts mehr durchführbar sei. Er sprach von möglichen Ausnahmegenehmigungen und einem angedachten runden Tisch mit Hoch, der Bauaufsicht und dem Landesumweltamt. Denkbar sei, dass die Abstimmung von der Stadtrats-Tagesordnung genommen und vertagt werde.