"Wir sind eine große Familie"

"Wir sind eine große Familie"

Jägersfreude. Auf der Theke standen die Blumengeschenke der Kunden. Die Sektkorken knallten. Vor wenigen Tagen gab's bei Henriette und Manfred Ledergerber was zu feiern. "Henny's Stehcafé wird 20", sagt Henriette Ledergerber, Inhaberin der urigen Gaststätte in Jägersfreude, die zugleich auch Zeitschriftenlädchen ist

Jägersfreude. Auf der Theke standen die Blumengeschenke der Kunden. Die Sektkorken knallten. Vor wenigen Tagen gab's bei Henriette und Manfred Ledergerber was zu feiern.

"Henny's Stehcafé wird 20", sagt Henriette Ledergerber, Inhaberin der urigen Gaststätte in Jägersfreude, die zugleich auch Zeitschriftenlädchen ist.

Die gelernte Friseurin und ihr Mann, ehemals Busfahrer, verkaufen schon seit rund 20 Jahren ihren guten Kaffee, den Wurstweck, die Brezeln, Kaffeestückchen, Zeitschriften und manchmal auch selbst gebackene Kuchen an ihren treuen Kundenstamm.

"Wir haben eigentlich hauptsächlich Stammkunden, wir sind eine große Familie", sagte die Inhaberin. "Aber wir adoptieren auch neue Gäste", fügte Petra Lang, Mitarbeiterin in einem Dudweiler Friseurladen und langjährige Stammkundin mit einem Lachen hinzu. Auch Gründungsmitglied "Manné" Diehl aus Herrensohr findet täglich zu Henny's Stehcafé: "Der persönliche Austausch und die Nachbarschaftshilfe sind hier groß. Und man darf rauchen", fügte der 61-jährige Stammgast noch hinzu.

"Am besten sind die warmen Fleischkäsweck", beteuerte Volker Reinert aus Fischbach, ebenfalls ein bekanntes Gesicht bei Henny. Dabei hatten Henriette und Manfred Ledergerber mit bescheidenen Erwartungen angefangen.

"Als wir öffneten, hatte ich nur einen Tisch und meine Kaffeemaschine hier in der Mitte des Raumes stehen. Ich dachte erst, das wird nix", meinte Ledergerber. Doch die Erfahrung zeigte, dass man gern zu Henny geht: "So nach und nach wurde dann was draus, jetzt ist das Stehcafé meine zweite Heimat, hier verbringe ich mehr Zeit als zu Hause", sagt die 59-jährige Inhaberin. Dabei sollte das Stehcafé eigentlich ein Getränkeshop werden: "Mein Mann wollte zunächst nur einen Getränkeverkauf, aber das gefiel uns irgendwie nicht. Über Nacht kam dann die Idee zum Stehcafé", erzählte die Inhaberin.

Und in das kleine Geschäft ist dann auch Tochter Petra Dittler hineingewachsen. "Sie ist meine rechte Hand, ohne sie ginge nichts, und ohne meinen Mann auch nicht, der muss kommen, allein schon, um über Fußball zu sprechen", sagte Inhaberin Ledergerber lachend.

Aber man ist hier auch offen für ernstere Themen. Jedes Jahr in der Weihnachtszeit und auch um die Ostertage herum zeigt Henriette Ledergerber durch ihre Sammelaktionen für krebskranke Kinder eine gute Portion Mitgefühl. "Ich denke, es ist angebracht zu helfen, wenn es einem selbst gut geht", sagt die Inhaberin, die dieses Jahr für die José-Carreras-Leukämie-Stiftung sammelt.

Sehr weihnachtlich geht es außerdem kommende Woche am Vormittag des 24. Dezember in Hennys Stehcafé zu: "Das ist hier immer wie ein kleines Familientreffen. Für jeden Gast ist dann das erste Getränk frei", kündigt Henriette Ledergerber an. "Der persönliche Austausch und die Nachbar-

schaftshilfe sind hier groß."

Manné Diehl