„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“

Merzig-Wadern · 679 Betreuungsplätze zählt Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich für 2307 Unter-Dreijährige im Kreis. Die Bedarfsdeckung von aktuell 29,4 Prozent soll nach ihren Worten bald auf 36,2 Prozent steigen.

Gut sechs Jahre wurde gebaut: Neue Gebäude für die Betreuung von Unter-Dreijährigen sind hochgezogen worden, Umbauten wurden gestemmt, ebenso Renovierungen und Erweiterungen. "Wir wollten für den Stichtag 1. August gewappnet sein", kommentiert Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich das Engagement von Trägern, Kommunen und Landkreis.

Seit diesem Datum haben Eltern einen Rechtsanspruch auf den Kita-Platz für ihren Nachwuchs unter drei Jahren. "Die Planungsverantwortung hat der öffentlichen Träger. Er ist in der Bringschuld, muss einen Platz finden", sagt die Landrätin. Vom Inkrafttreten des Gesetzes zum 1. Januar 2005 bis zum Jahr 2013 hat es nach ihren Worten genügend Vorlaufzeit gegeben: "Wir haben gemeinsam mit den Kommunen unsere Hausaufgaben gemacht." Nach Aussagen der Landrätin geht die Bundesregierung davon aus, dass 35 Prozent aller Kleinkinder einen Betreuungsplatz in Anspruch nehmen werden.

Rund 2,7 Millionen Euro hat der Kreis nach Worten von Schlegel-Friedrich allein in den vergangenen drei Jahren an Investitionszuschüssen dafür aufgebracht: 218 000 Euro in 2010, in 2011 insgesamt 855 000 Euro und im vergangenen Jahr 1 620 000 Euro. "In diesem Jahr erwarten wir einen Betrag von 1 670 000 Euro." Die Mühen hätten sich gelohnt, zieht Schlegel-Friedrich Bilanz: "Bislang konnten wir jedem Kind, dessen Eltern dies wollten, einen Betreuungsplatz anbieten." Zurzeit zählt die Landrätin in beiden Städten und fünf Gemeinden im Kreis 679 Betreuungsplätze für die insgesamt 2307 Kinder unter drei Jahren: 588 in Krippen und 91 bei Tagesmüttern. "Damit haben wir eine Bedarfsdeckung von 29,4 Prozent erreicht", sagt sie. Tagesmütter ersetzten durchaus die Betreuung in einer Kindertgesstätte. Schlegel-Friedrich: "Wenn wir keinen Platz in einer Kita anbieten können, müssen sich Eltern mit einem Platz bei einer Tagesmutter abfinden."

Bei dieser Zahl von Betreuungsplätzen wollen es die Verantwortlichen im Kreis nicht belassen. Ob in der Stadt Merzig oder in den Gemeinden Mettlach und Perl: Bis zu 110 sollen hinzukommen. "An der Obermosel halten wir uns die Option offen, 40 statt der geplanten 20 zu schaffen - je nach Bedarf", sagt die Landrätin. In Orscholz verzeichnet sie einen vorzeitigen Baubeginn, ebenso in Weiten, Besseringen, Bietzen und Perl. Längst gestartet ist auch das Gemeinschaftsprojekt von Fitten und Ballern. In den Startlöchern stehen die Verantwortlichen für die Schaffung von Betreuungsplätzen in Düppenweiler, Bachem, Losheim, Schwemlingen und Konfeld. "Diese Projekte sind bereits bewilligt." In einigen Monaten, da ist sich die Landrätin sicher, verzeichnet der Kreis eine Bedarfsdeckung von bis zu 36,2 Prozent. "Mittelfristig kommen 20 weitere Plätze dazu."

Mit dem Anwachsen der Betreuungsplätze war auch mehr Personal notwendig. "Es muss sicher gestellt werden, dass es in allen Krippen ausreichend Betreuer gibt und die Öffnungszeiten der Kitas flexibler gestaltet werden können", sagt die Landrätin. Die Folge: Zuschüsse für die Personalkosten und die Zuwendungen schnellten in die Höhe. "Der Kreis trägt 36 Prozent der Personalkosten". Musste der Kreis 2010 noch 6 896 000 Euro berappen, waren es 2011 bereits 7 749 000 Euro und im vergangenen Jahr 8 265 000 Euro. "Für dieses Jahr rechnen wir mit 9 424 000 Euro.".

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