"Wir gehen bei jedem Wetter"

"Wir gehen bei jedem Wetter"

Steinrausch. Von Haus zu Haus ziehen und den Bewohnern die traditionelle Segensbitte zu bringen - für die Jungen und Mädchen der Pfarreiengemeinschaft Saarlouis rechts der Saar in Steinrausch ist das einer der Höhepunkte des Jahres

Steinrausch. Von Haus zu Haus ziehen und den Bewohnern die traditionelle Segensbitte zu bringen - für die Jungen und Mädchen der Pfarreiengemeinschaft Saarlouis rechts der Saar in Steinrausch ist das einer der Höhepunkte des Jahres. Etwa 50 werden es an diesem Sonntag alleine dort wieder sein, die unter der Leitung von Gemeindereferentin Tanja Theobald verkleidet an die Türen klopfen, auf Wunsch singen, den Segensspruch "Christus Mansionem Benedicat" (Christus segne dieses Haus) in Kurzform an die Tür schreiben und Spenden für die Projekte des Kindermissionswerks sammeln."Viele freuen sich, wenn wir kommen", sagt Isabella Block. Die 15-jährige Betreuerin ist schon mehrere Jahre dabei und hat fast ausschließlich positive Erfahrungen gemacht: "Ich habe schon erlebt, dass Menschen hinter uns hergelaufen sind, weil sie uns verpasst hatten. Oft werden wir auch hineingebeten, dann reden die Leute mit uns über verschiedene Dinge."

"Ganz nebenbei" gibt es natürlich auch Süßigkeiten für die Kinder. "Die werden gesammelt und dann am Ende gerecht aufgeteilt", erklärt Annika Krause, 15. Die Spendenbereitschaft der Menschen sei relativ hoch, wie die Kinder berichten können: "Manche sammeln das ganze Jahr ihr Kleingeld und geben das dann uns", erinnert sich der 15-jährige Raphael Breder. "Ein anderer hat uns erzählt, dass er den Betrag spendet, den er zuvor für Böller und Raketen an Silvester ausgegeben hatte."

Negative Erlebnisse gebe es natürlich auch, wie der 14-jährige Phineas Speicher berichtet: "Manchmal wird die Tür einfach wieder zugemacht. Oder die Leute sagen, dass sie nichts kaufen wollen. Es kommt aber auch vor, dass wir bei Familien klingeln, die einen anderen Glauben haben. Aber auch die reagieren größtenteils recht freundlich."

Die jüngsten Sternsinger fangen im Alter von acht bis neun Jahren an. "In der Gemeinde ist das eine Vorbereitung auf die Erstkommunion, also die Eingliederung in die Kirche", erklärt Tanja Theobald. Aber als Pflicht wird es auch von den Jüngeren nicht angesehen. "Es macht einfach Spaß, in der Gruppe mit Freunden etwas Gutes zu tun", sagt Timon Tellkamp, elf Jahre. Auch von Regen oder Schnee lassen sie sich nicht aufhalten, wie Isabella Block betont: "Wir gehen - bei jedem Wetter."

Die Sternsinger der Pfarreiengemeinschaft rechts der Saar sind zudem an diesem Samstag in Roden und Fraulautern unterwegs.

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