Wintermonate wie aus dem Bilderbuch

Wintermonate wie aus dem Bilderbuch

Merzig-Wadern. Glatteisfrei ist das Jahr 2009 zu Ende gegangen, aber schon an Neujahr ist deutlich kältere Luft aus Norden in das schöne Saarland eingeflossen. Doch bevor sich in den nächsten Tagen wieder frostiges Winterwetter bei uns etabliert, lassen Sie uns gemeinsam einen Rückblick auf das Wettergeschehen im Jahr 2009 werfen. Das Jahr begann kalt, verdammt kalt

Merzig-Wadern. Glatteisfrei ist das Jahr 2009 zu Ende gegangen, aber schon an Neujahr ist deutlich kältere Luft aus Norden in das schöne Saarland eingeflossen. Doch bevor sich in den nächsten Tagen wieder frostiges Winterwetter bei uns etabliert, lassen Sie uns gemeinsam einen Rückblick auf das Wettergeschehen im Jahr 2009 werfen. Das Jahr begann kalt, verdammt kalt. Väterchen Frost ließ das Thermometer an meiner Wetterstation in Merzig-Besseringen an den ersten zehn Tagen des vergangenen Jahres nicht über null Grad Celsius steigen. Der Dauerfrost mit nächtlichen Tiefstwerten von zum Teil unter minus zehn Grad führte sogar zur stellenweise ersten Eisbildung auf der Saar seit dem Extremwinter 1996/ 1997. Der insgesamt deutlich zu kalte Januar brachte allerdings nur wenige Zentimeter Schnee. Etwas mehr davon fiel Mitte Februar, als unsere Landschaft in ein knapp 10 Zentimeter dickes Winterkleid eingehüllt wurde. Doch auch diese prächtige Winterlandschaft war vergänglich und konnte den raschen Vormarsch des Frühlings nicht aufhalten. Dieser präsentierte sich schon Mitte April mit Höchstwerten von teilweise über 25 Grad sommerlich, fand aber seinen vorsommerlichen Höhepunkt Ende Mai, als meine Wetterstation eine Höchsttemperatur von 32,8 Grad registrierte. Dies blieb auch bis Mitte August die Jahresbestleistung, ehe eine kurzzeitige Hitzewelle mit 35,7 Grads am 20. August den höchsten Temperaturwert des Jahres 2009 in Merzig bescherte. Insgesamt waren die Monate April, Mai und August auch deutlich zu warm im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt. Der Altweibersommer fiel dieses Mal auf die letzte Septemberdekade, ehe die Temperaturen Stück für Stück in Richtung winterlichen Niveaus zurückgingen. Sorgte der November noch für recht milde Temperaturen und Langeweile-Wetter, bot der Dezember alles auf, was das Meteorologen-Herz im Winter begehrt: häufige Schneefälle und bitterkalte Temperaturen. Während die Höchsttemperatur am 19. Dezember unter minus 10 Grad lag, sank das Thermometer in der folgenden Nacht auf unter minus 16 Grad ab. So kalt war es seit Beginn meiner Wettermessungen im Jahre 2002 noch nicht an meiner Station gewesen. Auch wenn die Schneefälle meist nur Schneehöhen unter 10 Zentimeter bescherten, waren die Wintermonate im gerade zu Ende gegangenen Jahr wirklich winterlich und boten nur wenig Anlass zur Wetterkritik. Dennoch war das Jahr 2009 insgesamt zu warm. Ist für meine Station ein Jahresmittelwert von 9,2 Grad Celsius üblich, so waren es im vergangenen Jahr 10,2 Grad und damit genau ein Grad zu viel. Bis Ende Oktober sah es nach einem insgesamt zu trockenen Jahr 2009 aus. Insbesondere die Monate April und Mai bescherten uns deutlich zu wenig Regen; lediglich der Juli stach mit 150 Prozent des sonst üblichen Monatsniederschlages heraus. Doch im November und Dezember drehte Petrus nochmals ordentlich die Himmelsschleusen auf, so dass jeweils mehr als 130 Liter auf den Quadratmeter zusammen kamen. Für das gesamte Jahr 2009 gab es in Merzig mit 890 Litern Niederschlag pro Quadratmeter, was in etwa 104 Prozent des üblichen Jahreswertes entspricht, keine markante Abweichung. Was das neue Jahr an meteorologischen Highlights bringt, ist ungewiss. Eines ist aber nach wie vor sicher: "Kräht der Hahn auf dem Mist, ...". "Insgesamt waren die Monate April, Mai und August deutlich zu warm im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt."Patrick Ginsbach

Auf einen BlickFür seinen Wetter-Jahresrückblick hat Patrick Ginsbach die Daten seiner privaten Wetter-Station in Merzig-Besseringen ausgewertet. Höchste Temperatur: 35,7 Celsius am 20. August; tiefste Temperatur: minus 16,2 Celsius am 20. Dezember. Normaler Durchschnitt: Saarlouis 9,6 Grad Celsius; eigene Station 9,3 Grad Celsius; Hochwald Weiskirchen 8,7 Grad Celsius. Es gab 15 Tage mit Temperaturen über 30 Grad, vor allem Ende Mai und in der zweiten August-Hälfte). Insbesondere die Monate April, Mai und August fielen sehr warm aus. Höchster Tagesniederschlag: 29,6 Liter pro Quadratmeter am 23. Januar. Höchster Monatsniederschlag: 133,9 Liter pro Quadratmeter im November. Niedrigster Monatsniederschlag: 32,9 Liter pro Quadratmeter im Mai. Höchste Schneedecke: 9 Zentimeter am 21. Dezember. Gesamte Regenmenge 2009 (bis Silvester 13 Uhr): Mess-Station Hellmann: 895 Liter; eigene Mess-Station: 877 Liter, Mess-Station LfU Merzig: 830,2 Durchschnitt laut Deutschem Wetterdienst 882 Liter. Sehr trocken war der Monat Mai (32,9 Liter pro Quadratmeter bei eigener Mess-Station) Nasseste Monate waren der Juli (119,2 Liter pro Quadratmeter), November (133,9 Liter pro Quadratmeter) und Dezember (121,2 Liter pro Quadratmeter bis Silvester, 13 Uhr). Höchster Luftdruck: 1035 Hekto-Pascal (hPa) am 11. Januar. Tiefster Luftdruck: 982 hPa am 23. Januar.

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