1. Saarland

„Windräder würden die Kulturlandschaft Saargau zerstören“

„Windräder würden die Kulturlandschaft Saargau zerstören“

Den Aussagen von Karl Raczek (Grüne) setzt Dagmar Ensch-Engel, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, ein Kopfschütteln entgegen. Raczek hatte sich für Windräder bei „Steine an der Grenze“ ausgesprochen.

Mit Unverständnis reagiert Dagmar Ensch-Engel, umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Saar-Landtag, auf die Äußerungen des Kreissprechers der Grünen, Karl Raczek, dem Anblick von Cattenom mit Windrädern entgegenzuwirken. Raczek hatte sich für die umstrittenen Windparks an der deutsch-französischen Landesgrenze bei den "Steinen an der Grenze" ausgesprochen (SZ vom Mittwoch). "Es ist erschreckend, mit welcher Ignoranz einige Politiker in diesem Kreis für die Errichtung von Windrädern auf dem Saargau argumentieren", schreibt hierzu die Politikerin aus Beckingen. Windräder in diesen Dimensionen würden auf Jahrzehnte die einzigartige Kulturlandschaft Saargau, und insbesondere "Steine an der Grenze", beschädigen. Erst vor kurzem hatte Linkenfraktionschef Oskar Lafontaine, der in Silwingen und damit in direkter Nähe zum geplanten Windpark auf der Grenze lebt, die Pläne als "Wildwuchs" kritisiert und gemahnt, eine Konzentration solcher Anlagen könne wegen ästhetischer Beeinträchtigungen zu einem "Verlust von Heimat" führen.

Die Linke habe vor diesem Hintergrund in der vergangenen Plenarsitzung einen Antrag auf Verbesserung der Steuerungsmöglichkeit des Zubaus von Windkraftanlagen gestellt, der jedoch mehrheitlich abgelehnt worden sei, heißt es nun von seiner Fraktionskollegin. Ensch-Engel weiter: "Leider gibt es immer noch keine Bereitschaft, über einen sinn- und maßvollen Umbau der Energielandschaft im Saarland zu diskutieren. Bisher hat die Energiewende und die damit einhergehende Förderpraxis zu irrwitzig hohen Strompreisen und zu einem Anstieg des Kohlendioxid-Ausstoßes geführt." Ökoenergie sei keine grundlastfähige Energie, sie werde vorrangig in die Netze eingespeist und müsse bei Versorgungslücken, wie zum Beispiel Windstille, durch herkömmliche Energien ersetzt werden.

Für die Entwicklung und Forschung oder den Ausbau von geeigneten Netz- und Speichertechnologien stünden zu wenig Mittel zur Verfügung, meint Ensch-Engel. "Die Linke ist grundsätzlich für erneuerbare Energien, der Umbau muss jedoch mit einem angepassten Ausbau der notwendigen Technologien einhergehen." Dazu gehöre auch die Förderung von schadstoffarmen Brückentechnologien.

Ensch-Engel weiter: "Die Energiewende und deren Umsetzung ist nicht ausreichend durchdacht, sie muss auf den Prüfstand gestellt werden. Es macht keinen Sinn, im dicht besiedelten Saarland im Wettlauf um die Subventionen die wenigen Freiflächen und zusätzlich Kulturdenkmäler zu verunstalten, ohne den erhofften Effekt des Umweltschutzes zu erlangen."