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Wilde Tänzer erobern New York

Wilde Tänzer erobern New York

Von Nonnweiler nach Manhattan geht es für die Tänzer der Wild Dancers. Die Showtanzgruppe startet am 21. September bei der Steuben-Parade, einem deutsch-amerikanischen Festumzug (wir berichteten). Kurz vor dem großen Auftritt in der Weltmetropole steigt das Lampenfieber.

Die letzten Kostüme sind genäht, die Flüge gebucht, die neuen Tanzstiefel geputzt. Für die Tänzerinnen und Tänzer der Showtanztruppe der Karnevalsgesellschaft 1954 Nonnweiler kann das Abenteuer New York beginnen. Am 19. September heben die Wild Dancers ab in Richtung Big Apple. Dort haben sie zwei Tage später einen besonderen Auftritt: Die Nonnweiler Tänzer sind Teil der Steuben-Parade, einem deutsch-amerikanischen Festumzug auf der Fifth Avenue. "Ich freue mich, dass wir fliegen. Es wird langsam real", sagt Manuela Hübner, Trainerin der Wild Dancers. Mit einer Powerpoint-Präsentation hatte die Gruppe die Veranstalter überzeugt und ihr Ticket in die Stadt, die niemals schläft, gelöst.

Wenig Schlaf werden die Tänzer wohl auch während ihres viertägigen Aufenthaltes in der Metropole bekommen. Denn das Programm vor Ort ist straff organisiert. Los geht es am Freitag, 20. September, mit einem Empfang beim Bürgermeister. "Dabei werden alle teilnehmenden Gruppen auf die Bühne gerufen", berichtet die Trainerin. "Es werden Mitbringsel überreicht und es besteht die Möglichkeit, ein paar Sätze zu sagen." Die Wild Dancers werden New Yorks Stadtoberhaupt einen Teller mit dem Wappen von Nonnweiler sowie Glasbilder vom Rathaus und dem Hochwald-Dom überreichen. Doch damit nicht genug. "Die Mädels hatten die Idee, auch eine persönliche Note mit reinzubringen", verrät Manuela Hübner. Deshalb bekommt der Bürgermeister auch ein Fotoalbum mit Aufnahmen der Wild Dancers selbst.

Die Steuben-Parade startet am Samstag, 21. September, 12 Uhr. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst in der St. Patrick's Cathedral geht es für die Fußgruppen und die geschmückten Wagen auf die Fifth Avenue. Die Wild Dancers flanieren tanzend in Kleidern aus schwarz-grünem Stoff und mit Kopfbedeckungen aus Federn über die Prachtstraße. "Damit jeder weiß, wer wir sind, haben wir einen Banner drucken lassen", so Hübner. Ziel des Festumzugs, der seit 1957 abgehalten wird, ist der Central Park. Dort wird ein Oktoberfest gefeiert. Außerdem haben die Tanzgruppen die Möglichkeit zu Auftritten. "Wir haben zwei Anfragen bekommen", freut sich Hübner über positive Resonanz aus den USA. Da sie für ihre Hebefiguren eine gewisse Bühnengröße brauchen, mussten die Wild Dancers ein Angebot ablehnen. "Ich denke, ein Auftritt reicht."

Damit alles perfekt läuft, haben die Wild Dancers ihr Trainingspensum verdoppelt. Statt nur einmal trainieren die Tänzer seit drei Monaten zweimal in der Woche. Außerdem haben sie die übliche Trainingspause von einem Monat, die sie normalerweise nach der Fastnachtszeit einlegen, in diesem Jahr ausgelassen. Neben den Sonderschichten beim Training ist das Projekt Steuben-Parade auch mit Kosten verbunden. Anfang des Jahres hatten die Wild Dancers deshalb auf einen Sponsor gehofft. Doch der konnte nicht gefunden werden. Dafür gab es reichlich Unterstützung von der Ministerpräsidentin, dem Landkreis St. Wendel, Nonnweilers Bürgermeister Franz Josef Barth, dem Ortsrat Nonnweiler und dem Verein.

Insgesamt 15 Tänzerinnen und drei Tänzer fliegen nach New York. Begleitet werden sie von Eltern und Partnern. "Die haben uns immer unterstützt", betont Hübner. Mit an Bord ist auch die Schneiderin, die die Kostüme der Wild Dancers genäht hat. Mit jedem Tag, mit dem die Steuben-Parade näher rückt, steigt die Aufregung. "Die Mädels und Jungs sind ganz schön hippelig", verrät ihre Trainerin. Sie wünscht sich, dass "alles gut läuft". Und dass den Wild Dancers neben den Fans am Rande der Fifth Avenue auch die Sonne von oben entgegenlacht.

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AUF EINEN BLICKZu den Wild Dancers gehören derzeit 24 Aktive: Nadja Auert-Bohlander, Julia Bidner, Kristina Detter, Jessica Herrmann, Anna Hickl, Alexander Holzer, Saskia Jessen, Yvonne Kilgus, Miriam Kraß, Ellen Michels, Angelique Müller, Olaf Ramb, Sarah Schank, Ina Schmidt, Julia Schneider, Marlene Sitarski, Julia Kautenburger, Jennifer Meter, Lina Meter, Selina Noster und Sabine Reinert. Trainerinen sind Manuela Hübner und Barbara Simon. evy

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HintergrundDie Steuben-Parade gibt es seit 1957. Sie wird alljährlich zu Ehren des preußischen Generals Freiherr Friedrich Wilhelm von Steuben, der für die amerikanische Unabhängigkeit kämpfte, veranstaltet. Zunächst in Queens beheimatet, führt die Parade nun über die Fifth Avenue. Gegründet wurde die Parade von deutschstämmigen Amerikanern. An der Parade nehmen auch zahlreiche Gruppen aus Deutschland teil, vor allem Musikvereine, Trachtengruppen, Karnevalsorganisationen und Schützenvereine.evy