Saarländischer Schriftsteller Johannes Kirschweng Wiederentdeckte Texte des saarländischen Autors Johannes Kirschweng: NS-Linientreue oder versteckte Kritik?

Saarbrücken · Der saarländische Schriftsteller Johannes Kirschweng (1900-1951) hat im Zweiten Weltkrieg Zeitungstexte geschrieben, die lange als verloren galten. In einem neuen Buch sind 30 Texte wieder aufgelegt – eine interessante und zwiespältige Lektüre. Sind die Texte NS-linientreu? Oder versteckt kritisch?

 Kirschweng mit seinen Eltern Luise und Philipp im Wadgasser Hausgarten in den 1940er Jahren. Seit 1933 lebte und schrieb Kirschweng wieder im Haus seiner Eltern, bis zu seinem Tod 1951.

Kirschweng mit seinen Eltern Luise und Philipp im Wadgasser Hausgarten in den 1940er Jahren. Seit 1933 lebte und schrieb Kirschweng wieder im Haus seiner Eltern, bis zu seinem Tod 1951.

Foto: sammlungkastner/huelsmann

„Goswin ist gefallen, ein junger Freund, den wir aus seinen Kindertagen schon kannten.“ Das schreibt Johannes Kirschweng im Juni 1942 in seinem Zeitungstext „Trauer“. Voller Wehmut erinnert er sich an das letzte, freudige Treffen mit Goswin, an Ostern, das gerade erst ein paar Wochen her ist. „Ein richtiger, guter, großer Junge“, der jetzt tot ist. Das sind nicht die Worte der NS-Propaganda, die gerne Pompöses schnarrt wie „Opfer“, „Kampf“ und „Heldentod“; und doch fließt neben der Trauer auch unangenehmes Pathos in den Text, eine Verklärung des Todes als Bewährung im Krieg. „Er hat die Probe, als die dieser Fronteinsatz gedacht war, bestanden. Wie könnte man sie besser bestehen! Er hat sein Leben vollendet, so kurze Dauer ihm auch zugemessen war.“