1. Saarland

Wie Wildtiere mit der Hitze und Trockenheit in der Natur auskommen

Umweltministerium gibt Tipps : Hitze und Trockenheit belasten auch die Wildtiere – wie der Mensch ihnen helfen kann

Hohe Temperaturen bedeuten auch für Wildtiere Stress. Während der Paarungszeit in den nächsten Wochen wandern viele von ihnen durch die Wälder. Beeinflusst die Hitze ihr Verhalten zusätzlich?

Nicht nur uns Menschen macht die Hitze zu schaffen. Auch Tiere leiden unter den hohen Temperaturen. Da liegt es nahe, besorgt auf wild lebende Tiere zu blicken, zumal ihr Lebensraum Wald derzeit auch im Saarland von hoher Trockenheit gezeichnet ist. Kommt es daher vermehrt zu Wildunfällen, weil die Tiere die Straßen in Richtung Saar oder andere Flüsse überqueren, um trinken zu können? Und ist es nötig, Tränken mit Wasser aufzustellen?

Laut Umweltministerium, zuständig für den Saar-Forst, ist bisher keine Steigerung der Wildunfälle als Folge der Trockenheit gemeldet worden. Doch kann es in den nächsten Wochen vermehrt zu Wanderungen des Rehwildes kommen, erklärt Pressesprecherin Sabine Schorr. Grund dafür ist die beginnende Paarungszeit, bei der vor allem die männlichen Böcke auf Wanderschaft gehen, um eine passende Partnerin zu finden. „Besonders in der Dämmerung sollten Autofahrer daher bei Fahrten durch Wälder und Felder vorsichtig fahren“, appelliert Schorr.

Auch das Aufstellen von Wasser-Tränken im Wald sei derzeit noch nicht nötig, heißt es aus dem Umweltministerium. Viele Wildtiere decken ihren Wasserbedarf durch die Nahrung. Knospen, Blätter und Kräuter versorgen sie mit Flüssigkeit. Zudem bedienen sich manche Tierarten auch am Morgentau, der sich auf den Blättern und dem Waldboden sammelt.

Entwarnung gibt auch Wolfgang Pester, Geschäftsführer des saarländischen Waldbesitzer-Verbands: „Im Wald ist die Trockenheit nicht das akute Problem. Dort gibt es noch genügend Wasser und kleine Bäche, an denen die Tiere trinken können. Problematisch ist es eher auf offenen Flächen, wie Wiesen und Feldern.“ Doch die Tiere ziehen sich bei Hitze meist in den schattenspendenden Wald zurück. Er erklärt, dass sich Wild, Füchse und andere Waldbewohner gut an die Hitze anpassen können. „Rehe zum Beispiel reagieren auf solche Stressfaktoren, indem sie relativ schnell ihre Reproduktion anpassen. Das heißt, dass sie weniger Nachwuchs bekommen und somit die Herden kleiner werden.“ Weniger Kitze bedeutet auch mehr Wasser für andere Tiere und weniger Belastung für das Muttertier.

Um zusätzlichen Stress und damit anstrengende Fluchtreaktionen für die Tiere zu vermeiden, rät das Umweltministerium, Rücksicht auf die Wildtiere zu nehmen. „Insbesondere in der Dämmerung und nach Sonnenuntergang sollten ruhige Bereiche in Wald und Feld von den Menschen gemieden werden“, rät Schorr. „Ganz besonders, wenn dort Wasserstellen wie Tümpel, Weiher und Bäche vorhanden sind.“

Vögel hingegen nehmen das Angebot von Wasserstellen bei Hitze und Trockenheit gerne an. Daher ist es gerade im Sommer sinnvoll, den Piepmätzen Wasser im eigenen Garten anzubieten. Eine flache Schale mit Leitungswasser gefüllt, eignet sich dabei am besten, damit die Vögel nicht ertrinken. Um die Bildung von schädlichen Bakterien zu verhindern, sollte die Wasserschale täglich abgespült und mit frischem Wasser befüllt werden, empfiehlt Schorr.