1. Saarland

Wie Vereine Nachwuchssorgen vertreiben

Wie Vereine Nachwuchssorgen vertreiben

Köllertal. "Ein Chor ist, wie ein Fußballverein, eine ständige Baustelle." Sagt Peter Müller vom Kirchenchor St. Sebastian Püttlingen: Die "Cäcilia", wie der von Müller geführte Chor heißt, besteht seit 231 Jahren

Köllertal. "Ein Chor ist, wie ein Fußballverein, eine ständige Baustelle." Sagt Peter Müller vom Kirchenchor St. Sebastian Püttlingen: Die "Cäcilia", wie der von Müller geführte Chor heißt, besteht seit 231 Jahren. Damit dem Verein auch in den kommenden Jahrzehnten die Sänger nicht ausgehen, tue der Vorstand einiges, erklärt Müller: "Wir sind bei den Sängern zwischen 30 und 40 Jahren gut aufgestellt, weil wir ständig Jüngere ansprechen." Doch nicht nur auf das "Mittelalter" beschränkt der Püttlinger Kirchenchor seine Aktivitäten, er unterhält auch Kooperationen mit Schulen in der Region, zum einen mit einem Schulorchester in Völklingen und zum anderen mit der Chor-Arbeitsgemeinschaft der Erweiterten Realschule Püttlingen. Müller: "Ich bin mir sicher, dass wir auf diese Weise auch ganz junge Leute an unseren Chor binden können." Dem Schachclub 1926 Riegelsberg ist der Brückenschlag von der älteren zur jüngeren Generation gelungen. 64 Mitglieder frönen dort dem "Spiel der Könige", darunter 25 Kinder und Jugendliche. Dafür hat der Riegelsberger Schachclub, wie von der Saarbrücker Zeitung berichtet, das bundesweite "Qualitätssiegel des Deutschen Schachverbandes für vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit" erhalten. Arbeit, die Früchte trägt: Vor wenigen Tagen schafften bei den Saarlandmeisterschaften der Schachjugend acht Riegelsberger Nachwuchssportler den Sprung aufs Siegerpodest. "Aber auch in Sachen Breitensport sind wir gut aufgestellt", sagt Barbara Alt, Pressewartin des Vereins. "Wir sind in der glücklichen Lage, gleich vier geeignete und interessierte Mitglieder in der Nachwuchsförderung einsetzen zu können. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement läuft gar nichts." Darüber hinaus pflege der Verein eine enge Kooperation mit der Riegelsberger Gesamtschule. Dort besteht eine rege Schach-AG, die auf den Lehrer Herbert Bastian zurückgeht. Bastian ist Präsident des Saarländischen Schachverbandes und vielfacher Saarlandmeister. "Diese Schach-AG ist ein absoluter Glücksfall für unseren Verein", betont Alt. Damit dem Riegelsberger Schachclub der Nachwuchs erhalten bleibt, werden auch Freizeitaktivitäten "mit und ohne Schach", Vereinsfeste und Elternarbeit angeboten.Der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Etzenhofen verfügt ebenfalls über eine gut funktionierende Jugendabeilung, die "Gartenzwerge". Um den Verein jung zu halten, müsse man immer "am Ball bleiben", betont Josef Himbert, der die Etzenhofer Gartenbauer seit 40 Jahren als Vorsitzender leitet. "Wir nutzen jede Möglichkeit, mit jungen Familien ins Gespräch zu kommen." Gemeint sind Veranstaltungen, die der OGV Etzenhofen regelmäßig anbietet: Blumenmärkte, Dorffest, Erntedankfest, Fastnacht, Keltern von Apfelsaft, Schnittlehrgänge, Vortragsveranstaltungen. "Bei uns gibt es generell nur Familienmitgliedschaften. So kommen wir auch mit jungen Leuten in Kontakt", erwähnt Himbert eine weitere Schiene. Zu guter Letzt bieten die Etzenhofer Gartenbauer Kindern und Jugendlichen bei ihren "Gartenzwergen" ständig Freizeit-Veranstaltungen mit Berührungspunkten zu den Themenbereichen Hausgarten, Floristik und Kelterei an, um das Interesse am Arbeiten mit und in der Natur zu wecken.

Innovative Wege in Sachen Nachwuchs-Förderung geht auch der Musikverein Eiweiler, der sich mit gleich zwei Nachwuchs-Ensembles derzeit keine Sorgen machen muss, dass ihm in Zukunft die aktiven Musiker ausgehen. Im Gegenteil: "Im November erhalten wir den renommierten Robert Klein-Preis für herausragende Jugendarbeit", verrät Stefan Gothier, stellvertretender Jugendleiter. Mit Gothier, Frank Lambert, Jugendleiter und Dirigent in einer Person, und weiteren Ehrenamtlichen bietet der Musikverein Kindern eine fundierte Ausbildung an allen Blechblasinstrumenten, viele Freizeitaktivitäten und die Möglichkeit, früh ins aktive Ensemble einzusteigen, an. Gothier: "Dafür ist eine aktive Öffentlichkeitsarbeit erforderlich. Wir gehen alle zwei bis drei Jahre in die Heusweiler Grundschulen, so dass wir regelmäßig Kinder erreichen, die dann alle Instrumente ausprobieren können. Der Rest läuft über Mund zu Mund-Propaganda, ohne die keine Nachwuchsförderung erfolgreich funktioniert." "Ohne ehrenamt-

liches Engagement läuft gar nichts."

Barbara Alt,

Der Schachclub 1926 Riegelsberg ist stolz auf seine Saarlandmeister der Mädchen im Jugendschach, von links: Luisa Holschuh (Altersklasse U 14), Elisabeth Alt (Altersklasse U 18) und Teresa Weiten (Altersklasse U 10). Foto: Barbara Alt.

Schachclub Riegelsberg