1. Saarland

Wie unterschiedlich schmeckt Wasser?

Wie unterschiedlich schmeckt Wasser?

Es soll ja Leute geben, die sagen, Wasser sei gleich Wasser. Ich nehme an, Sie sind da gänzlich anderer Meinung?Schönenberger: Wasser ist nie gleich Wasser. Abgesehen davon unterscheidet man fünf grundlegende Wasserarten: Tafelwasser, Quellwasser, Trinkwasser, Heilwasser und Mineralwasser

Es soll ja Leute geben, die sagen, Wasser sei gleich Wasser. Ich nehme an, Sie sind da gänzlich anderer Meinung?Schönenberger: Wasser ist nie gleich Wasser. Abgesehen davon unterscheidet man fünf grundlegende Wasserarten: Tafelwasser, Quellwasser, Trinkwasser, Heilwasser und Mineralwasser. Heilwasser fällt beispielsweise unter das Arzneimittelgesetz, Tafelwasser ist künstlich mit Mineralien und Kohlensäure angereichert, Trinkwasser kommt bei uns aus der Leitung und Mineralwasser ist das Produkt, das sich auf natürlich Weise mit Mineralien angereichert hat. Auch innerhalb dieser fünf Wasserarten gibt es wiederum große geschmackliche Unterschiede.

Welches Wasser empfehlen Sie?

Schönenberger: Grundsätzlich plädiere ich für Wasser aus heimischen Quellen. Ich finde es lächerlich, Wasser zum Beispiel aus den Fidschi-Inseln einzufliegen oder Wasser aus Tasmanien über Tausende von Kilometern zu uns zu transportieren. Ich bin ein Freund der Rilchinger Quellen. Das Gräfin-Marianne-Mineralwasser wird von allen Spitzen-Gestronomen im Saarland angeboten, denn es ist leicht im Geschmack, natriumarm und passt zu jedem Essen.

Wie wichtig ist das Design einer Flasche?

Schönenberger: Sehr wichtig. Man kann in einem edlen Restaurant keine gewöhnliche Flasche aus dem Getränkemarkt hinstellen, deshalb gibt es so genannte Individualflaschen, die sich im Design unterscheiden. Andererseits sollte man sich nicht vom Design blenden lassen. Besonders elegant abgefüllt ist das norwegische Voss-Wasser, angeblich Gletscherwasser, die Hollywood-Stars trinken es gerne. Inzwischen weiß man, dass es in dem Dorf Iveland aus dem Hahn kommt, wo weit und breit gar kein Gletscher ist.

Also wird über Wasser auch viel falsches Zeug verbreitet?

Schönenberger: Wenn man nicht gut informiert ist, glaubt man eben, was so erzählt wird. Es gibt esoterische Wassersorten, angeblich bei Vollmond gezapft. Oder Bio-Wasser. Das ist Quatsch, denn jedes Mineralwasser ist laut Verordnung Bio-Wasser, es muss vor Ort gezapft werden und darf nicht verändert werden.

Wie gut ist deutsches Mineralwasser?

Schönenberger: Es ist von hervorragender Qualität. Die Quellen, die am vulkanischen Eifelrücken liegen, also vom Hunsrück bis hinüber nach Hessen, sind sehr charakteristisch im Geschmack, deutlich natriumhaltig, also ideal für Sportler. Die Mineralwassersorten aus den Vogesen und dem Schwarzwald sind hingegen eher mild und natriumarm und werden wegen ihrer geschmacklichen Unaufdringlichkeit von Spitzengastronomen bevorzugt.

Wie ist es mit Wasser aus dem Hahn? Gibt es da Bedenken?

Schönenberger: Nein, das Wasser, das die Wasserwerke im Saarland liefern, ist von bester Qualität. Aber leider oft nur bis zur Wasseruhr. Denn Kupfer- oder gar Bleileitungen im Haus schaden der Wasserqualität enorm.

Auf einen Blick

 Welches Wasser schmeckt mir? Die Auswahl ist groß, die Unterschiede auch. Den Salzgehalt merkt man sofort. Foto: Auvergnetourismus
Welches Wasser schmeckt mir? Die Auswahl ist groß, die Unterschiede auch. Den Salzgehalt merkt man sofort. Foto: Auvergnetourismus

Armin Schönenberger kann über die Vielfältigkeit des Wassers kompetent beraten. Der frisch gekürte Wassersommelier berät Getränkefachgroßhändler sowie die Gastronomie unter anderem zu Qualitätsfragen von Mineralwässern, ebenso über Hygiene und Lagerung. Und er gibt Einblicke in mineralogische und sensorische Besonderheiten unterschiedlichster Mineralwässer und vermittelt auch Wissen über die große Markenvielfalt auf dem Mineralwassermarkt.