Wie Pech und Schwefel hielten sie stets zusammen

Wie Pech und Schwefel hielten sie stets zusammen

Seit 60 Jahren sind Brunhilde Maria und Horst Otto Lorenz ein Ehepaar. Sie erlebten glückliche Zeiten, mussten aber auch harte Schicksalsschläge hinnehmen. Ihrer Liebe tat das keinen Abbruch - ganz im Gegenteil.

Dudweiler. 60 Ehejahre mit Höhen und Tiefen. Am Donnerstag, 31. Mai, feierten Brunhilde Maria und Horst Otto Lorenz das Fest der Diamantenen Hochzeit.Sie kennen sich bereits seit ihrer Kindheit, doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg fanden sie zueinander. Bei Tanzstunden lernten sie sich intensiver kennen und gingen danach gemeinsam durch Höhen und Tiefen. Da dem heute 90-Jährigen seine Berufsausbildung nach dem Krieg nicht anerkannt wurde, musste er mit 25 Jahren wieder neu anfangen. Nach seiner Ausbildung zum Elektro-Installateur und einem technischen Studium wurde er Ingenieur der Elektrotechnik. "Diese Zeit war für mich sehr deprimierend, doch meine Frau hat mich immer wieder aufgebaut. Dafür bin ich ihr sehr dankbar", erzählt der Senior. Während dieser Zeit musste seine heute 87-jährige Frau sieben Jahre warten, bis er sie gefragt hat, ob sie ihn heiraten möchte. Den Antrag machte er ihr spontan während eines Spazierganges, die Ringe hatte er vorher noch organisiert.

Am 31. Mai 1952 haben die Jubilare erst standesamtlich im Festsaal des Saarbrücker Rathauses und dann kirchlich in der Basilika geheiratet. "Ich würde meine Frau jederzeit wieder heiraten", beteuert Horst Lorenz.

1954 kam ihr erster Sohn Volker Michael zur Welt und fünf Jahre später wurde ihr jüngster Sohn, Dieter Günther, geboren. Seit der Geburt der beiden Söhne widmete sich Brunhilde Lorenz ganz der Versorgung der Familie. "Und meine Frau tat das hervorragend", erklärt der Ehemann, "sie war nicht nur eine treusorgende liebe Mutter, sondern auch eine gute Erzieherin, Ausbilderin, Köchin und Hausfrau." Die Anfangsjahre waren nicht leicht. Die erste Wohnung lag im Dachgeschoss, 69 Stufen hoch, da musste der schwere Kinderkorb jeden Tag hochgeschleppt werden und für jedes Möbelstück wurde lange gespart. "Wir haben allerhand hinter uns", erzählt die Ehefrau, "aber ich habe auch einen guten Mann geheiratet."

Da Ehemann Horst beruflich sehr engagiert war und einer Vielzahl von Tätigkeiten nachging, kam die Familie oft zu kurz. Doch die Eheleute versuchten immer, viel zusammen zu unternehmen. Sei es im Urlaub, im Kegelclub, beim Kniffel mit Freunden oder auf Dienstreisen, bei denen die Familie stets mitgenommen wurde. "Wir haben keine Feier ausgelassen und hatten nie Langweile", erzählen die Eheleute.

Doch sie erlitten auch schwere Schicksalsschläge. In den 90er Jahren erlitt Horst Lorenz zwei Mal einen kritischen Herzinfarkt, 1998 verstarb ihr ältester Sohn und fünf Jahre später hatte ihr jüngster Sohn einen epileptischen Anfall und lebt seitdem im Heim.

Trotz dieser Schicksalsschläge haben sie getreu dem vor 60 Jahren gegebenen Versprechen, in guten wie in schlechten Zeiten, immer zusammengehalten.

Das Geheimnis ihrer Ehe ist, da sind sich beide einig, dass sie auch nach Auseinandersetzungen - "und die bleiben bei zwei Steinböcken ja nicht aus", sagt Brunhilde Lorenz und lacht - immer wieder Frieden gefunden haben. Heute lebt das Ehepaar im Seniorenhaus St. Irmina in Dudweiler. der