1. Saarland

Wie man es beim Vererben richtig macht

Wie man es beim Vererben richtig macht

Völklingen. 75 Prozent der Deutschen sagen, wenn sie gefragt werden, dass sie für den Fall ihres Todes "alles geregelt" haben wollen. Aber nur ein Fünftel kümmert sich tatsächlich mit Testament oder Erbvertrag um den Nachlass. Vielleicht sind es deshalb so wenige, weil das Erbrecht (und mehr noch das dahinter lauernde Steuerrecht) für Laien schwer zu verstehen ist

Völklingen. 75 Prozent der Deutschen sagen, wenn sie gefragt werden, dass sie für den Fall ihres Todes "alles geregelt" haben wollen. Aber nur ein Fünftel kümmert sich tatsächlich mit Testament oder Erbvertrag um den Nachlass. Vielleicht sind es deshalb so wenige, weil das Erbrecht (und mehr noch das dahinter lauernde Steuerrecht) für Laien schwer zu verstehen ist. Die Leute wissen nicht, was sie alles dürfen, was sie tunlichst lassen sollten (zum Beispiel die Art der Bestattung ins Testament schreiben) und welche Folgen ihr Tun hat. Die Wissbegierde ist entsprechend groß. Das durfte man am Donnerstag im Völklinger Parkhotel Albrecht erleben, wo Erbrechtsexperte Hans-Georg Herrmann, Inhaber der Saarbrücker Rechtsanwaltspraxis Dr. Thalhofer, Herrmann & Kollegen, vor 70 Personen über das Thema "Erben und Vererben" sprach. Eingeladen hatte die Völklinger Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus & Grund (fast 800 Mitglieder). Wie der Vorsitzende Willi Klein berichtete, habe man das Referat bereits zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit angeboten, die Nachfrage sei riesig. Erfundene MusterfamilieHerrmann ist ein tüchtiger Jurist, was man schon daran erkennen mag, dass er sich die begehrte Internet-Anschrift www.rechtsanwaltspraxis.com gesichert hat. Um seine Zuhörer trotz des schwierigen Stoffes bei Laune zu halten, hat er für den Vortrag extra eine Völklinger Musterfamilie erfunden: Dr. Claus Clever, der mit Gattin Gerda Clever-Ohnesorg und den Töchtern Marianne und Krimhild in einer Schillerpark-Villa lebt. Ein Ferienhaus in Frankreich haben sie auch noch. Und drei Millionen Euro Festgeld. Pikanterweise hat der Hausherr mit der Geliebten Katja Willig den unehelichen Sohn Karsten gezeugt. Der macht die Erbfolge noch etwas spannender. Was zu tun ist, damit Karsten beim Erben leer ausgeht oder auch nicht, das konnte man hier lernen. Der Experte berichtete, dass jeder auf einem Stück Unterlage ein handschriftliches, eigenhändiges Testament verfassen kann, das er mit Datum und Ort unterschreiben sollte. Dieses Testament ist gültig, und zwar so lange, wie es es nicht durch ein neues Testament ersetzt wird. Das Schriftstück legt man an einen Ort, wo die Nachfahren es finden, oder man gibt es einem Anwalt oder Steuerberater seines Vertrauens. www.erbrechtsforum.de