1. Saarland

Wie Jesus auf die Welt kam

Wie Jesus auf die Welt kam

Scheuern. Maria und Josef, das kleine Jesuskind, die Drei Könige, Hirten und Engel, Ochs und Esel - das sind die Hauptdarsteller in der Weihnachtskrippe. Die Bastler zeigen, wie bei der Bohnentaler Krippenausstellung im alten Schulhaus, viel Fantasie, wenn es um die Ausgestaltung der wohl bekanntesten Geburtsszene geht

Scheuern. Maria und Josef, das kleine Jesuskind, die Drei Könige, Hirten und Engel, Ochs und Esel - das sind die Hauptdarsteller in der Weihnachtskrippe. Die Bastler zeigen, wie bei der Bohnentaler Krippenausstellung im alten Schulhaus, viel Fantasie, wenn es um die Ausgestaltung der wohl bekanntesten Geburtsszene geht. Unterschiedliche Baustoffe sind verarbeitet worden: skurril geformte Holzstücke, Schaumstoffteile, Wurzeln und Moos, Steinchen, Sand und Filz, Heu- und Strohreste. Almhütten und rustikale Bauernhöfe, orientalische Häuser und einfache Überdachungen - überall kam Jesus zur Welt. Es geht dabei nicht um die historische Genauigkeit. Erlaubt ist, was gefällt. Die Ausstellung mit 65 Krippen ist am Freitag in Scheuern eröffnet worden. Weil sie in den elf Jahren ihres Bestehens immer größer geworden ist, wurde sie auf jetzt zwei Räume verteilt.Zeit lassen muss sich der Besucher, wenn er das, was mit den Darstellungen ausgedrückt werden soll, in sich aufnehmen will. Da ist die Krippe von Joachim Goldhahn, die im Grödnertal in den Dolomiten steht. Es ist kalt und alles verschneit. Während der Stern strahlt, machen sich dick vermummte Menschen auf den Weg zum Stall. Gar nicht winterlich dagegen geht es bei der Krippe von Lars Warken zu. Im Heiligen Land war es wohl auch nicht so kalt, wie es sich Volksfrömmigkeit ausgedacht hat. Jesus kommt in einer Scheune unter einem Alpenhaus zur Welt. Die Figuren ringsum sind fast sommerlich gekleidet. Detlef Heckmann ist mit einer Kirchenkrippe aus Polen vertreten. Auf dem Dach des offenen Stalles lagern bemooste Steine. Darunter ist das andächtige heilige Paar zu sehen. Von den sechs Krippen, die Jürgen Warken ausstellt, ist eine mit südlichem Flair zu bestaunen. Jesus kommt vor einem Turm unter einem Dach auf dem Pflasterboden zur Welt.

Hübsch anzusehen ist die Wurzelkrippe mit Moos und Tannenzweigen, die Alois Johann gemacht hat. Klaus-Dieter Herrmann hat sich eine orientalische Szene ausgedacht. Die Drei Könige sind angekommen und haben Geschenke auf einem Teppich ausgebreitet. Edwin Warken bastelte für seinen Enkel Nils Klauck zwei Krippen, die er in die Ausstellung gegeben hat: eine mit einem Adventskalender als Hintergrund und eine mit handfesten Rundfiguren zum Spielen. Manche Krippen bieten Kontraste. Die Kleinste ist in einer Schmuckschachtel untergebracht und besteht aus winzigen Zinnfiguren, die zweitkleinste in einem ausgehöhlten Kohlestück. Viel Fläche nimmt hingegen die Panoramakrippe ein, die von heimatlichen Bauwerken bestimmt wird.

Bei der Eröffnung der Ausstellung sagte der Scheuerner Ortsvorsteher Dietmar Lauck (CDU): "Man soll in der Adventszeit nicht nur an die Geschenke denken. Die Krippen wollen das Verständnis für das Geschehen in Bethlehem wecken." Tholeys Bürgermeister Hermann Josef Schmidt (CDU) freute sich: "Es ist dies die einzige Krippenausstellung in der Gemeinde. Sie zeigt eine großartige Vielfalt." Der Kooperator der Pfarreiengemeinschaft Schaumberg, Jürgen Zapp, erinnerte an die erste Krippe, die Franz von Assisi aufgestellt hatte. "Krippen wollen davon erzählen, was uns der christliche Glaube schenken will", so der Geistliche. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Josef Brachmann (Akkordeon) sowie von Maike Jeske und Lena Warken (Blockflöte).

Die Ausstellung ist wieder am 8. und 9. Dezember von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.