Wie in längst vergangenen Zeiten

Wie in längst vergangenen Zeiten

Homburg/Blieskastel. In Blieskastel wurde nach über 200 Jahren endlich wieder Hof gehalten. Als man am Sonntag mit der "Tour Barock" offiziell die Eröffnung der "Barockstraße Saar-Pfalz" feierte, gaben sich Marianne von der Leyen und Reichsgräfin Catharina von Ottweiler die Ehre

Homburg/Blieskastel. In Blieskastel wurde nach über 200 Jahren endlich wieder Hof gehalten. Als man am Sonntag mit der "Tour Barock" offiziell die Eröffnung der "Barockstraße Saar-Pfalz" feierte, gaben sich Marianne von der Leyen und Reichsgräfin Catharina von Ottweiler die Ehre. Die vielen Besucher glaubten, an einer Zeitreise teilzunehmen, so authentisch wirkte die Atmosphäre in der Orangerie. Die beiden Gräfinnen schienen mit ihren kostbaren Kleidern förmlich in den Festsaal zu schweben, der ebenfalls prächtig kostümierte Hofstaat bewies Ehrfurcht und verneigte sich elegant. Dass der Kniefall der Hofdamen mit den barocken Klängen des Trios "Douce Ambiance" musikalisch umrahmt wurde, machte die Stimmung noch dichter. So muss es wohl damals gewesen sein, dachten sich die Gäste, die anschließend den Worten des Festredners Professor Helmut Reichling lauschten. Der Zweibrücker Oberbürgermeister begrüßte die Schaffung der Barockstraße als grenzüberschreitendes touristisches Projekt an der Saar und in der Pfalz. Zugleich erinnerte er daran, dass Barock nicht nur ein architektonischer Stil sei, sondern auch ein besonderes Lebensgefühl bedeute. Barock sei die Aufforderung zum Glücklichsein, und noch heute sei der Lebensstil aus der damaligen Zeit in der Region lebendig. Kunst, Musik und Kulinarik stellten den noch heute gültigen barocken Dreiklang dar. Anschließend wurde vom Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Christian Ege, die Barockstraße symbolisch eröffnet. Tatkräftige Unterstützung erhielt er dabei von den gräflichen Hoheiten, die den Anschnitt einer riesengroßen Torte in Form des Barockstraßen-Schildes vornahmen. An der Torte konnte sich dann das "niedere Volk" laben, auf das im Orangeriegarten einige Überraschungen warteten. Das Programm war ganz auf den Anlass der Feier abgestimmt. Die hübschen Pavillonstände hielten so manche kulinarische Köstlichkeit von anno dazumal bereit. Das Blieskasteler Caf&; Kuhn verwöhnte die Besucher mit Barockkuchen, einer Rahm-"Tarte" mit Reis und Obst. Zu Ehren der Gräfin gab es zudem Mariannentaler aus Schokolade. Das Hotel Postillon wartete mit Wildbret-Schnitten auf, die Bliesmühle aus Breitfurt präsentierte ihr neues Barock-Brot, das mit dem barocken Roncaille-Ornament versehen ist. Für die Kinder gab es ein spezielles Programm mit Basteln, Kalligrafien und Kutschfahrten. An die erwachsenen Gäste richteten sich die Infostände in der Orangerie. Letztlich stellte der Verlag Schnell und Steiner ein zum Festtag passendes Buch vor. "Barocke Gartenlust" lautet der Titel des illustrierten Bandes von Stella Junker-Mielke, mit dem die Vielzahl und Vielfalt an historischen Gärten entlang der Barockstraße Saar-Pfalz entdeckt werden kann.

Auf einen Blick Die "Barockstraße SaarPfalz" ist die erste kulturhistorische Themenroute im Saarland. Partner sind der Regionalverband Saarbrücken, die Landkreise Neunkirchen und Saarpfalz sowie die Stadt Zweibrücken. Ziel ist die touristische Inwertsetzung der barocken Bausubstanzen. Die vier Residenzstädte Saarbrücken, Ottweiler, Blieskastel und Zweibrücken bilden die Kernpunkte auf einer rund 200 Kilometer langen Autostrecke. Unter dem Titel "Tour Barock" ist eine kostenlose Infobroschüre mit Karte erschienen. Nähere Informationen gibt es auch unter www.barockstrasse-saarpfalz.de.pep