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Wie Einzelkämpfer mehr Einfluss erzielen

Wie Einzelkämpfer mehr Einfluss erzielen

St. Wendel. Aus zwei Einzelkämpfern werden auch in St. Wendel eine Zwei-Mann-Fraktion. Michael Würtz (FDP) und Tilman Schön (Grüne) haben sich zur "Fraktionsgemeinschaft im Stadtrat St. Wendel - FDP und Bündnis 90/Die Grünen" zusammengeschlossen. Sie sind gleichberechtigte Vorsitzende. Diesen Zusammenschluss genehmigte Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU)

St. Wendel. Aus zwei Einzelkämpfern werden auch in St. Wendel eine Zwei-Mann-Fraktion. Michael Würtz (FDP) und Tilman Schön (Grüne) haben sich zur "Fraktionsgemeinschaft im Stadtrat St. Wendel - FDP und Bündnis 90/Die Grünen" zusammengeschlossen. Sie sind gleichberechtigte Vorsitzende. Diesen Zusammenschluss genehmigte Bürgermeister Klaus Bouillon (CDU). Voraussetzung war, dass die beiden Ratsmitglieder im Wesentlichen die gleiche politische Zielsetzung verfolgen. Dies sei durch das bisherige weitgehend identische Abstimmungsverhalten gegeben.Fraktionsstatus hat für Würtz und Schön den Vorteil, dass sie nun Anträge zu Ratssitzungen stellen können. Die kleine Fraktion ist nun mit je einem Sitz im Finanz-, Umwelt- und Rechnungsprüfungsausschuss vertreten.

Damit schlossen sich mittlerweile in drei Kommunen des St. Wendeler Landes je zwei Ratsmitglieder unterschiedlicher Couleur zu Fraktionen zusammen.

Und im Kreistag arbeiten ebenfalls die beiden Vertreter von Grünen und FDP zusammen. Ihre Fraktion trägt den Namen "Fraktion für Nachhaltigkeit und Effizienz im Landkreis St. Wendel". Michael Lukas (FDP) und Grünen-Kreischef Lars Schlaup taten sich hier zusammen. Ziel laut gemeinsamer Mitteilung: das effiziente Voranbringen des Landkreises unter besonderem Augenmerk auf nachhaltiger Entwicklung sowie der Förderung einer umweltgerechten Politik.

Auch hier profitiere die neue Fraktion, indem sie nun eigene Anträge im Kreistag einbringen könne - anders als Einzelkämpfer. Man müsse dabei bedenken, dass Politik auf Kreisebene individueller sei als Bundes- oder Landespolitik. Weiter heißt es in der Pressemitteilung: "Daher ist die Kombination aus Grünen und FDP, die auf Bundesebene undenkbar und auf (Saar-)Landesebene nicht mehr vorstellbar ist, auf Kreisebene durchaus eine Kombination, die es ermöglicht, effektiv zu arbeiten und gemeinsame Interessen zu vertreten." Fraktionschef ist hier Schlaup, Stellvertreter Lukas.

Die dritte ungewöhnliche Fraktion existiert im Nonnweiler Gemeinderat seit gut einem Jahr: "Allianz für Nonnweiler". Mitglieder hier: wiederum Michael Lukas für die FDP und der Linke-Politiker Roland Riemann. Diese Konstellation hatte bei den Liberalen auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene für Furore gesorgt. Die FDP auf Ortsebene sowie deren Kreisverband distanzierten sich von Lukas und entzogen ihm das Vertrauen. vf

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