1. Saarland

Wie einst die Comedian Harmonists

Wie einst die Comedian Harmonists

Saarbrücken. Wenn es Bindfäden regnet, dann geht man sonntags nicht ans Schloss, sondern ins Schloss. Genauer gesagt in den Festsaal der VHS, denn dorthin musste die Formation Füenf, die im Rahmen des Saarbrücker Sommerklassikers "Sonntags am Schloss" gastierte, aufgrund des uneinsichtigen Wettergottes für ihre A-Cappella-Show ausweichen

Saarbrücken. Wenn es Bindfäden regnet, dann geht man sonntags nicht ans Schloss, sondern ins Schloss. Genauer gesagt in den Festsaal der VHS, denn dorthin musste die Formation Füenf, die im Rahmen des Saarbrücker Sommerklassikers "Sonntags am Schloss" gastierte, aufgrund des uneinsichtigen Wettergottes für ihre A-Cappella-Show ausweichen. Der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch, der Saal war bis in die letzte Ecke gefüllt und wer zwischendrin ein bisschen Frischluft brauchte, schunkelte auf der Terrasse einfach unter dem Regenschirm mit.Die Partylaune war angebracht, schließlich feierte die Band in Saarbrücken ihren 15. Geburtstag. Einst hatten sich die Gruppe an der Stuttgarter Musikhochschule getroffen, obgleich hier fünf Männer auf der Bühne stehen, sind Füenf jedoch alles andere als eine Boygroup. Denn in ihren roten Bühnenoutfits trumpfen sie weniger mit Optik als vielmehr mit Können und Charisma auf. Gleich mehrere Bandmitglieder komponieren, und texten. Das bedeutet für Konzertbesucher ein wahres Füllhorn an Kuriositäten, Absurditäten und ganz alltäglichem Wahnsinn. Füenf harmonieren als Ensemble so hervorragend, dass sie zu recht zu den großen Namen in der deutschen A-Cappella-Szene zählen, deren Urväter einst die Comedian Harmonists waren. Doch nicht nur die Texte von Füenf haben Witz und Hintersinn, ihr Können spiegelt sich auch in den musikalischen Arrangements. Denn die Inhalte werden auch über das melodisch-rhythmische Geschehen transportiert. Mimik und Gestik der Gruppe sind ebenfalls ein Garant für Hochstimmung in jedem Saal und spätestens wenn sie englische Klassiker wie "Love is in the air" mit einem urdeutschen Vornamen zu "Horst is in the air" umwandeln, bleibt kein Auge trocken. Zwar gelang es den Stuttgartern nicht, den Sommerregen mit ihrer Musik abzuschalten, aber ihre spritzigen Songs ließen wenigstens das Stimmungsbarometer der Zuhörer in schwindelerregende Höhen schnellen. sad