1. Saarland

Wetterstation verschandelt das Kirchgärtchen

Wetterstation verschandelt das Kirchgärtchen

St. Johann. Er ist ein Kleinod, eine kleine grüne Insel inmitten der City-Hektik: der Garten der Johanneskirche. Dort sitzen Büromenschen, um in der Mittagspause frische Kraft zu tanken. Dort lassen sich Stadtbummler zum Verschnaufen nieder. Doch seit einigen Tagen durchschneidet ein hässlicher Bauzaun das Idyll. Er umgibt eine weiße Wetterstation

 Die umstrittene Wetterstation an der Johanneskirche. Foto: Dietze
Die umstrittene Wetterstation an der Johanneskirche. Foto: Dietze

St. Johann. Er ist ein Kleinod, eine kleine grüne Insel inmitten der City-Hektik: der Garten der Johanneskirche. Dort sitzen Büromenschen, um in der Mittagspause frische Kraft zu tanken. Dort lassen sich Stadtbummler zum Verschnaufen nieder. Doch seit einigen Tagen durchschneidet ein hässlicher Bauzaun das Idyll. Er umgibt eine weiße Wetterstation. Pfarrer Jörg Metzinger, Seelsorger in der Johanneskirche, gibt sich, darauf angesprochen, wortkarg: "Das kommentiere ich nicht." Die Stadt Saarbrücken habe diese Station aufgestellt. Genau das ist auch auf dem Schild am Messgerät zu lesen: "Diese Wetterstation ist Teil eines Projektes des Deutschen Wetterdienstes zur Untersuchung der Klima- und Umwelteinflüsse an diesem Standort. Auftraggeber: Stadt Saarbrücken." Die Stadtpressestelle stellte auf SZ-Anfrage klar, was es mit der Station im Garten des Gotteshauses auf sich hat. Sprecher Thomas Blug: "Unser Amt für Grünanlagen, Forsten und Landwirtschaft hat Anfang des Monats drei Wetterhäuschen in der Stadt aufgestellt, und zwar an der Johanneskirche, auf dem Max-Ophüls-Platz und auf dem Landwehrplatz. Sie dienen einer Messreihe des Deutschen Wetterdienstes wegen des Klimawandels. Mit den Ergebnissen möchten wir prüfen, wie wir im Rahmen des Freiraumentwicklungsprogrammes mit unseren städtischen Möglichkeiten dem Klimawandel entgegenwirken können." Für alle Saarbrücker und auswärtigen Innenstadtbesucher, denen die Station und der sie umgebende Zaun ein Dorn im Auge sind, hat der Stadtpressesprecher eine gute Nachricht: "Nach drei Monaten werden die Geräte wieder entfernt."