1. Saarland

Werden die Grünen zum Zünglein an der Waage?

Werden die Grünen zum Zünglein an der Waage?

Saarbrücken/Mainz. Für den renommierten Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen Falter steht fest: "Der Stern von Saar-Ministerpräsident Peter Müller (CDU) ist ziemlich stark gesunken

Saarbrücken/Mainz. Für den renommierten Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen Falter steht fest: "Der Stern von Saar-Ministerpräsident Peter Müller (CDU) ist ziemlich stark gesunken." Bei der Landtagswahl Ende August werde es deshalb für Müller schwer werden, mit einer schwarz-gelben CDU/FDP-Koalitionsmehrheit weiter regieren zu können, sagte Falter am Mittwoch auf einem Forum der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung (MIT) in Saarbrücken.Gestützt auf Analysen der Kommunal- und Europawahl sowie den Saarland-Trend vom April prognostizierte Falter zur Landtagswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Linken auf der einen sowie CDU und FDP auf der anderen Seite (jeweils etwa 45 Prozent): "Die Grünen (sieben Prozent in Umfragen) werden zum Zünglein an der Waage", sagte er. Verliere Müller die Wahl, werde er letztlich wohl doch Europa-Kommissar.Der CDU riet er, den Wahlkampf mehr auf ihre eigenen Stärken bei Sachthemen wie Wirtschaftskompetenz und Bildungspolitik auszurichten, als Rot-Rot mit Lafontaine zur Hauptzielscheibe zu machen. "Ich warne vor dem Versuch der Demontage Lafontaines, der ist quasi einer von uns", sagte Falter, der selbst lange im Saarland gelebt und hier promoviert hat. Lafontaine gelte manchen als "größter Saarländer aller Zeiten", der bundespolitisch etwas erreicht habe. Dennoch prophezeite der Experte: Der nächste Saar-Ministerpräsident werde entweder Peter Müller oder Heiko Maas heißen. Müller gelte nicht als unsympathisch, müsse aber noch stärker an seiner Kompetenzausstrahlung arbeiten.Eine wichtige Rolle werden laut Falter die Grünen im Saarland spielen. Während er die Partei auf Bundesebene "für nicht reif dazu hält, den Steigbügelhalter für Schwarz-Gelb zu spielen", hält er das an der Saar für eher möglich. "Das kommt aus einer gewissen Verträglichkeit der Saarländer heraus, die doch eher miteinander können." Eine Große Koalition wie derzeit im Bund hält Falter für nicht besonders wünschenswert: "Wir brauchen eine starke Opposition." ulo