Rekord im Kugelstoßen „Wer wird Millionär?“ – Kandidat scheitert an Frage zu Anke Rehlinger

250 000 Euro hätte ein Kandidat in Günther Jauchs Quizsendung „Wer wird Millionär?“ gewinnen können – wenn er mehr über die sportliche Karriere der saarländischen Ministerpräsidentin gewusst hätte.

Wer wird Millionär: Kandidat scheitert an Frage zu Anke Rehlinger​ und Kugelstoßen
Foto: RTL/Screenshot

Eine Frage, die vermutlich ein großer Teil der Saarländer beantworten kann, war in der Quiz-Sendung „Wer wird Millionär?“ am Donnerstag, 7. September, satte 250 000 Euro wert. Denn es ging um die sportliche Karriere von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD).

Medizinstudent Viktor Beke wirkte zwar etwas unsicher, aber schlug sich gut und stellte breites Wissen unter Beweis. Bis Moderator Günther Jauch ihm die 13. Frage stellte. 250 000 Euro winkten bei der richtigen Antwort:

Wer stellte 1996 einen noch heute gültigen Landesrekord im Kugelstoßen auf?

  • Bodo Ramelow
  • Manuela Schwesig
  • Stephan Weil
  • Anke Rehlinger

Rehlinger war bis Ende ihres Studiums im Jahr 2000 aktive Leichtathletin, spezialisiert auf Wurfdisziplinen. Am 17. August 1996 stellte sie den bis heute gültigen saarländischen Rekord im Kugelstoßen auf: 16,03 Meter weit warf sie die Kugel damals und gewann damit die Landesmeisterschaft. Übrigens bleibt ein weiterer Rehlinger-Wurf im Saarland ungeschlagen: Noch immer hält sie den Jugendrekord im Diskuswurf (49,18 Meter), den sie 1995 aufstellte.

Zurück zum Quiz: Nach einem anfänglichen Missverständnis (er dachte, mit „Landesrekord“ sei der deutsche Rekord gemeint, nicht der eines Bundeslandes) analysierte Kandidat Beke die Frage klug: Er erkannte den Clou, dass alle Antwortmöglichkeiten aktuelle Ministerpräsidentinnen und -präsidenten in Deutschland sind und ordnete sie den korrekten Bundesländern zu. Und er bewies auch, dass er die manchmal fiesen Tricks der „Wer wird Millionär?“-Fragen kennt: „War irgendeiner dieser Politiker mal Kugelstoßer, oder ist es einfach nur eine Namensgleichheit?“, fragte er. Es wäre ja nicht das erste Mal, dass die Sendung mit Namensähnlichkeiten, Wortspielen und ähnlichem arbeitet.

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Foto: dpa/Harald Tittel

Bei derart hohen Geldbeträgen greift jedoch selbst der sonst oft hilfsbereite Jauch den Kandidaten nicht mehr unter die Arme und sagte nur: „Ich sag mal so: Ich weiß nicht, wie oft Sie die Sendung schon gesehen haben. Die Fragen stelle im Allgemeinen ich.“

Auch Joker und Publikum waren bei Kugelstoßen-Frage aufgeschmissen

Also setzte Beke einen Joker ein und rief seinen Sport-Experten an. Der hatte „leider keine Ahnung“. Also lief es auf den nächsten Joker hinaus: Wusste jemand im Publikum die Antwort? Langes Schweigen im Studio. Dann endlich erhob sich, sichtlich verunsichert, eine Frau in der letzten Reihe. Eine definitive Antwort hatte sie nicht, aber ließ den Kandidaten an ihren Vermutungen teilhaben: Wenn es tatsächlich um die Politiker ginge, dann tendiere sie zu Ramelow, da sie glaube, mal gehört zu haben, dass er „mal so einen Sport gemacht“ habe. Wenn es hingegen nur um eine zufällige Namensgleichheit ginge, dann tendiere sie zu Rehlinger – bei dem Namen „klingelt“ es ganz entfernt beim Thema Kugelstoßen. Tja. So nah und doch so fern.

Im Endeffekt war Beke so ratlos wie zuvor und wollte kein Risiko eingehen. Insgesamt gewann er so insgesamt stolze 107 000 Euro. (Die krumme, für die Sendung eher ungewohnte, Zahl kommt daher, dass derzeit die „3-Millionen-Euro-Woche“ stattfindet, bei der Kandidaten ein zweites Mal antreten können, um ihren Gewinn zu erhöhen.)

Alles richtig gemacht: Als Jauch ihn anschließend fragte, welche Antwort er gewählt hätte, wenn er sich hätte entscheiden müssen, entschied er sich für Ramelow. Das wäre – so Jauch – „voll in die Hose gegangen“.