1. Saarland

Wer muss eigentlich fürs Primstaler Wehr zur Kasse?

Wer muss eigentlich fürs Primstaler Wehr zur Kasse?

Primstal. Über 150 Bürger haben sich mit einer Unterschriftenaktion für den Erhalt des Primstaler Wehrs im Mühlenfeld stark gemacht (wir berichteten). Der bei Spaziergängern beliebte Übergang über die Prims ist zurzeit gesperrt - aus Sicherheitsgründen. Wie es mit dem Wehr weitergeht, ist noch ungewiss

Primstal. Über 150 Bürger haben sich mit einer Unterschriftenaktion für den Erhalt des Primstaler Wehrs im Mühlenfeld stark gemacht (wir berichteten). Der bei Spaziergängern beliebte Übergang über die Prims ist zurzeit gesperrt - aus Sicherheitsgründen. Wie es mit dem Wehr weitergeht, ist noch ungewiss. Soll es abgerissen werden?Ein Sprecher des saarländischen Umweltministeriums teilte gestern mit, dass die Landesbehörde selbst sich nicht an die Gemeinde Nonnweiler gewandt habe, um diese zum Abriss des Wehres in dem Ortsteil aufzufordern. Stattdessen gab es telefonischen Kontakt zwischen Gemeindevertretern und denen des Landesamts für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA), einer nachgeordneten Behörde und Dienststelle des Ministeriums.

Das LUA überwacht alle Gewässer zweiter Ordnung und sorgt unter anderem dafür, dass es zu keinen Abflussproblemen kommt. Im vergangenen Jahr ist eben wegen dieser Hochwassergefahr ein Wehr abgerissen worden. "Den Mitarbeitern vor Ort ist aufgefallen, dass es auch an dem Wehr im Mühlenfeld ein Abflusshindernis gibt", erklärte Helga May-Didion, Leiterin des LUA. Außerdem habe man bemerkt, dass das Wehr auch als Spazierweg genutzt wird. Dadurch sei zusätzlich die Frage der Verkehrssicherheit ins Spiel gekommen. Da das in die Jahre gekommene Wehr an Stabilität eingebüßt habe, wandte sich das LUA an die Gemeinde Nonnweiler. "Wir haben nachgefragt, ob die Gemeinde das Wehr erhalten möchte", berichtete May-Didion. Denn für Erhaltungsschutz sei das LUA nun mal nicht zuständig. "Wenn man das Wehr erhalten möchte, dann muss aber auch dessen Verkehrssicherheit gewährleistet sein", betonte die LUA-Leiterin und sah hier die Gemeinde in der Pflicht.

Im Nonnweiler Rathaus hofft Baldur Thome, unter anderem zuständig für den Bereich Umwelt, auf eine sinnvolle Lösung in Sachen Mühlenfeld-Wehr. Ob Sanierung oder Abriss - es werden Kosten entstehen. Dabei sei die Frage nach dem Eigentümer des Wehrs noch gar nicht eindeutig geklärt. "Und somit auch nicht, wer für die Unterhaltung verantwortlich ist", erklärte Thome.