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Wer mit wem - das ist jetzt die Frage

Wer mit wem - das ist jetzt die Frage

Friedrichsthal. Die Kommunalwahlen vom Sonntag haben die politische Landschaft auch in Friedrichsthal bunter gemacht. Mit der Linken und der FDP sind zwei Parteien neu im Stadtrat und dürfen sich somit irgendwie als Wahlsieger fühlen. Auch die Sozialdemokraten reklamieren den Erfolg für sich, haben sie es - trotz deutlicher Verluste - doch geschafft, die CDU als stärkste Fraktion abzulösen

Friedrichsthal. Die Kommunalwahlen vom Sonntag haben die politische Landschaft auch in Friedrichsthal bunter gemacht. Mit der Linken und der FDP sind zwei Parteien neu im Stadtrat und dürfen sich somit irgendwie als Wahlsieger fühlen. Auch die Sozialdemokraten reklamieren den Erfolg für sich, haben sie es - trotz deutlicher Verluste - doch geschafft, die CDU als stärkste Fraktion abzulösen. Und auch die Grünen waren mit ihrem Ergebnis zufrieden.

Doch eigentlich haben alle demokratischen Kräfte in Friedrichsthal verloren, denn über 50 Prozent der Wahlberechtigten und damit die absolute Mehrheit blieb den Urnen fern. "Bei diesem bunten Spektrum an Parteien, Programmen und Kandidaten hätte man eine höhere Wahlbeteiligung erwarten dürfen", sagte Anja Wagner-Scheid von der CDU. Anne Hauptmann, die Spitzenkandidatin der SPD formulierte es deutlicher: "Anderswo in der Welt lassen Menschen ihr Leben, um das Wahlrecht zu erlangen. Bei uns wird dieses Gut mit Füßen getreten."

Spannend dürfte werden, wer in Zukunft mit wem in Friedrichsthal Politik macht. Das verdeutlicht die künftige Sitzverteilung: SPD zwölf, CDU elf, Linke sechs, Grüne und FDP jeweils zwei Sitze.

Neben der großen Koalition bietet also nur eine rot-rote Zusammenarbeit eine tragfähige Mehrheit. "Wir werden sehen, mit wem wir unsere Themen in Zukunft umsetzen können", hielt sich die Spitzenkandidatin der Linken, Sarah Leiendecker (Foto: Cordier), mit Koalitionsaussagen am Wahlabend zurück. "Der Wähler hat den Auftrag erteilt, dass nur gemeinsame Entscheidungen möglich sind", so die Bewertung von Anja Wagner-Scheid, "folglich müssen wir das respektieren und gemeinsam Entscheidungen erarbeiten." Das klingt eher nach "sachbezogener Kooperation" denn nach Koalition.

Auch für die Sozialdemokraten wäre dies eine mögliche Arbeitsgrundlage im Friedrichsthaler Rat. "Mit fünf Parteien im Stadtrat wird die Arbeit natürlich schwerer", glaubt Anne Hauptmann, die bisher in vielen Fragen auf die Unterstützung der Grünen bauen konnte. Deren zwei Stimmen genügen in Zukunft aber nicht mehr, um Entscheidungen herbeizuführen. Hauptmann: "Wir werden mit allen reden."

Knappe acht Wochen Zeit hat man für die notwendigen Gespräche, denn schon im August tritt der neue Friedrichsthaler Stadtrat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Übrigens: Die Nicht-Wähler sind nicht im Rat vertreten.