Wenn Schiedsrichter selbst kicken, gibt es auch mal die Rote Karte

Wenn Schiedsrichter selbst kicken, gibt es auch mal die Rote Karte

Ottweiler/St. Wendel. Zum 17. Mal organisierte die Schiedsrichtergruppe (SRG) St. Wendel, in der auch die Unparteiischen der Ottweiler Vereine zusammengeschlossen sind, ein Hallen-Fußballturnier, den vierten "The-Phone-House-Cup"

Ottweiler/St. Wendel. Zum 17. Mal organisierte die Schiedsrichtergruppe (SRG) St. Wendel, in der auch die Unparteiischen der Ottweiler Vereine zusammengeschlossen sind, ein Hallen-Fußballturnier, den vierten "The-Phone-House-Cup". In der Seminarsporthalle Ottweiler spielten 16 Schiedsrichtergruppen, darunter eine aus dem württembergischen Nürtingen und die Pfälzer aus Pirmasens/Zweibrücken.Ausgerechnet diese am weitesten gereisten Teams machten den Turniersieg unter sich aus. Die Nürtinger hatten sich morgens um 6 Uhr trotz teils schneebedeckter Straßen auf die 240 Kilometer lange Anreise begeben. Und die sollte sich lohnen. Sie gewannen das spannende, aber jederzeit faire Finale gegen das Team aus der Pfalz, das einmal am Pfosten scheiterte, mit 1:0.Dass der Fairplay-Gedanke nicht nur ein Schlagwort ist, bewies der Zweibrücker Andreas Agne. 20 Sekunden vor Ende der Spielzeit pfiff Pascal Prowald, Obmann der SRG St. Wendel, Einwurf für Pirmasens. Statt die letzte Chance auf den Ausgleich zu nutzen, korrigierte Agne: "Ich habe den Ball zuletzt berührt." Und damit war die Partie gelaufen. Beide Mannschaften feierten gemeinsam. Die einen, weil sie trotz der Reisestrapazen den Turniersieg einheimsten, die anderen, weil sie im Endspiel standen. Rang drei holte sich die SRG Mosel, die im kleinen Finale durch Sieben-Meter-Schießen mit 7:6 über die SRG Höcherberg die Oberhand behielt. Letztere hatten im Halbfinale knapp gegen Nürtingen verloren. Von den 13 teilnehmenden SRG-Gruppen aus dem Saarland schieden Sulzbach, St. Wendel I, Weiselberg und Obere Saar im Viertelfinale aus. Die Turnierleitung lag in Händen der alt gedienten Schiris Peter Allerchen, Arnold Schön, Horst Geiger und Karl-Heinz Leineweber. Ihr übereinstimmendes Fazit nach über sieben Stunden Hallenfußball: "Eigentlich war das Turnier eher fair. Auch wenn es drei Rote Karten gab. Aber Schiedsrichter verhalten sich, wenn sie selbst spielen, oft wie ganz normale Kicker. Und dann gehen ihnen auch mal die Gäule durch." rp

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