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Wenn Kinder chronisch krank sind

Wenn Kinder chronisch krank sind

Saarbrücken. Wenn ein Schulkind an einer chronischen Krankheit wie Asthma, Neurodermitis oder Diabetes Typ 1 leidet, lastet auf Eltern und Lehrern eine große Verantwortung

Saarbrücken. Wenn ein Schulkind an einer chronischen Krankheit wie Asthma, Neurodermitis oder Diabetes Typ 1 leidet, lastet auf Eltern und Lehrern eine große Verantwortung. "Denn die Schule spielt im Alltag gerade chronisch kranker Kinder eine wichtige Rolle", sagt Elisabeth Geiger, Diplom-Sozialpädagogin und ehrenamtliche Gesamtbehindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken.In der Schule nämlich haben betroffene Kinder die Chance, ein Stück Normalität zu erleben. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass alle Beteiligten - Eltern, Schulleitung, Lehrer sowie die Eltern der anderen Schüler - offen mit dem Thema umgehen und zum Wohle des Kindes kooperieren. Doch das gelingt nicht immer, wie kürzlich der Fall eines an Diabetes Typ 1 erkrankten Schülers der Saar-Blies-Grundschule Auersmacher zeigte. Die Mutter des Jungen warf der Schule vor, sich nicht angemessen um das Kind gekümmert zu haben, fühlte sich im Stich gelassen und nahm ihren Sohn schließlich von der Schule.

"Dabei hatten wir uns alle sehr um das Kind bemüht und versucht, alles richtig zu machen", sagt die ehemalige Lehrerin des Jungen, Roswita Funk. Sie appelliert an betroffene Eltern, die Schule frühzeitig über die gesundheitliche Situation ihres Kindes zu informieren. Nur so hätten Lehrer die Chance, sich das Wissen anzueignen, das man braucht, um mit Krankheiten wie Diabetes Typ 1 angemessen umzugehen.

"Lehrer sind gerne bereit, Schulungen zu machen", so Roswita Funk.

Doch bei nur einem "sonderpädagogischen Tag", der Lehrer pro Jahr für Fortbildungen zur Verfügung steht, sei eine gewisse Vorlaufzeit unverzichtbar. Auch Barbara Bachmann, stellvertretende Elternsprecherin an der Saar-Blies-Grundschule Auersmacher, sieht die betroffenen Eltern in der Pflicht: "Die anderen Eltern müssen frühzeitig informiert werden, damit sie in der Lage sind, eventuell auftauchende Fragen ihrer Kinder zu beantworten.""Alle müssen zusammenarbeiten", findet Claudia Weyland, die Elternsprecherin der Auersmacher Grundschule. Elisabeth Geiger rät betroffenen Eltern, sich Menschen zu suchen, die durch die Erkrankung eines Kindes in einer vergleichbaren Situation sind. "Die Erfahrung, dass man mit seinen Sorgen nicht alleine ist, vermittelt ein befreiendes Gefühl", so Geiger. Lehrern empfiehlt sie, sich bei Bedarf Unterstützung von außen zu holen.

Ansprechpartner seien etwa das Gesundheitsministerium, Beratungsstellen und der schulpsychologische Dienst. Als wichtige "Nahtstelle zwischen Lehrer und Elternhaus" bezeichnet Geiger die Schulsozialarbeiter, die derzeit in Grundschulen im Regionalverband ihre Arbeit aufnähmen. Sie könnten helfen, miteinander ins Gespräch zu kommen, und bei Problemen vermitteln.