1. Saarland

Wenn Freunde Gegner werden

Wenn Freunde Gegner werden

Die Handballfreunde Merzig-Brotdorf erwarten an diesem Samstag die HSG Völklingen zum Derby in der Oberliga. Der Liga-Neuling geht nach gutem Saisonstart als leichter Favorit ins Heimspiel. Die Gäste unter Trainer Berthold Kreuser belegen aktuell einen Abstiegsplatz und stehen unter Druck.

Die Spannung steigt: Die Handballfreunde Merzig-Brotdorf empfangen an diesem Samstag, 19.30 Uhr, die HSG Völklingen zum Derby-Knaller in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. In der Tabelle belegen die Gastgeber nach drei Heimsiegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen Rang sieben. Damit kann der Liga-Neuling zufrieden sein. Die Gegner aus der Hüttenstadt legten dagegen einen Fehlstart hin. Nach einem Sieg und sechs Niederlagen stehen sie auf einem Abstiegsplatz und gewaltig unter Zugzwang.

Der Erfolgsdruck dürfte sich in der proppenvollen Merziger Thielspark-Halle verstärken, wenn die Zuschauer die Heimmannschaft nach vorne peitschen. Leitwolf Peter Laux warnt aber vor falscher Euphorie. "Das wird nicht so einfach, wie es auf dem Papier aussieht. Ich erwarte eine enge Kiste", sagt der HF-Kapitän und erinnert an den vergangenen Spieltag. Im Heimspiel der Völklinger gegen Haßloch (29:34) schauten vor einer Woche auch einige Merziger zu - und staunten später nicht schlecht. "Völklingen hat gegen den ungeschlagenen Tabellenführer gut mitgehalten. Die Partie war ganz schön eng", sagt Laux.

Der HF-Kapitän freut sich auf das Saar-Duell und ganz besonders auf das Wiedersehen mit dem früheren Weggefährten Thomas Kochann. Vier Jahre lang bildeten Laux und der torgefährliche Spielmacher in Merzig ein kongeniales Duo. "Wir hatten einen besonderen Draht zueinander. Keiner hat mich vorher oder nachher so gut angespielt wie er. Wir haben uns blind verstanden", schwärmt der Kreisläufer noch heute. Auch Kochann fiel der Wechsel 2012 nach Völklingen schwer: "Peter und ich haben immer toll harmoniert, auch außerhalb des Platzes." Daran scheint sich auch bis heute nichts geändert zu haben.

"Wir haben in dieser Woche schon öfter telefoniert. Nach dem Spiel gehen wir einen trinken - der alten Zeiten willen", erzählt Laux, der in der Merziger Altstadt am liebsten einen Heimsieg begießen würde. Doch um die Punkte im Thielspark zu behalten, muss sein Team 60 Minuten lang Vollgas geben. So sieht es auch Thomas Schmitt. "Wir müssen von Beginn an hellwach sein und in der Abwehr voll dagegenhalten", fordert der HF-Trainer. Den HSG-Torjägern Norbert Petö und Marvin Mebus müsse dabei ein besonderes Augenmerk gelten.

Neben Kochann kehrt übrigens auch Berthold Kreuser an die frühere Wirkungsstätte zurück. Der heutige HSG-Trainer trainierte die Wölfe fünf Jahre lang, führte das Team in die Regionalliga und denkt heute noch gerne an die alten Zeiten zurück. Doch am Samstag will er die Punkte entführen. "Das wird nicht einfach. Wir stehen auf einem Abstiegsplatz. Merzig hat einen Lauf, ist zu Hause noch ungeschlagen und deshalb Favorit", betont Kreuser. Peter Laux sieht es anders. "Berti nimmt so den Druck von seinen Spielern. Das hat er früher auch so gemacht. Reine Taktik", entgegnet der HF-Kapitän mit einem Augenzwinkern.

Bereits am Mittwoch geht es für die Wölfe weiter. Im Pokal ist der Oberligist dann um 20.30 Uhr beim Vierten der Saarlandliga, dem TV Merchweiler, zu Gast. Bereits an diesem Samstag, 17 Uhr, empfängt die dritte Mannschaft der HF (Bezirksliga) den Saarlandligisten HC Schmelz. Die zweite Mannschaft der Handballfreunde (Saarlandliga) muss am Sonntag um 18 Uhr bei Bezirksligist TV Holz antreten.