1. Saarland

Wenn Figuren lebendig werden

Wenn Figuren lebendig werden

Eiweiler. Eine spanische Familie, die in Lima wohnt, Kinder, die zunächst nicht in das völkerkundliche Museum mitgehen wollen, um auf den Spuren der vor langer Zeit dorthin ausgewanderten Ahnen zu wandeln, am Ende jedoch total begeistert sind, weil die Gestalten im Museum plötzlich lebendig werden und ihre Geschichte in Texten und Liedern selbst erzählen

Eiweiler. Eine spanische Familie, die in Lima wohnt, Kinder, die zunächst nicht in das völkerkundliche Museum mitgehen wollen, um auf den Spuren der vor langer Zeit dorthin ausgewanderten Ahnen zu wandeln, am Ende jedoch total begeistert sind, weil die Gestalten im Museum plötzlich lebendig werden und ihre Geschichte in Texten und Liedern selbst erzählen. Das war der Inhalt des Musicals "Gold der Inkas", das der Kinder- und Jugendchor Singsalabim unter Leitung von Evelyn Finkler im Dorfgemeinschaftshaus aufführte."Mama, müssen wir unbedingt mit ins Museum?" jammert Carmen (Leonie Schwan), als die Mutter (Michelle Krämer) sie dazu auffordert. Sohn Ramon (Franziska Schwan) möchte lieber an den Strand gehen. "Jetzt hört mal her, Kinder, wenn Papa schon nach Peru versetzt wurde, sollten wir auch etwas über das Land und seine Geschichte erfahren", versucht die Mutter, die Kinder zu überzeugen. Dann schallt der erste Song durch den Saal: "Was wird im Museum sein? Können da auch Kinder rein?" Pedro (Kristin Becker) beginnt mit der Führung durch die Ausstellung. Groß ist die Überraschung, als die Figuren plötzlich lebendig werden und die Geschichte von damals nachspielen. Die Spanier nehmen die Inkas mit ihrem Häuptling Atahualpa gefangen, rauben ihr Gold und bringen es in ihr Heimatland. Der spanische General Franzisco Pizarro (Celina Finkler), er lebte wirklich von 1478 bis 1541, ist ihr Anführer.

In der zehnten Szene ertönt Kriegsgeheul. Inkakrieger stürmen auf die Bühne und stellen sich den Spaniern entgegen. Einmal gibt der Chor den Spaniern eine Stimme ("Wir werden kämpfen mit aller Kraft"), einmal den Inkas ("Auf sie mit lautem Gebrüll"). Die Spanier behalten die Überhand und nehmen die Inkas gefangen. Häuptling Atahualpa (Caroline Klemm) stimmt ein Klagelied an: "Was ist mit mir geschehen? Ist das nur ein Versehen?" Geheimnisvoll bringt der Chor in einem Melodrama die Rufe der Inkas zu Gehör: "Hilf deinem Volk in seiner Not, vernichte mit deiner Macht die Feinde, die uns umgeben." Die Gebete helfen nicht, die Spanier rauben den Inkas das Gold und jubeln in einem Lied "Gold, Gold, Gold bis zur Decke. Grad waren wir noch pleite."

Der zweite Aufzug spielt in Sevilla. Die Akteure schlüpfen in die Rollen des Hofstaates mit Kaiser Karl V. (Vanessa Ludwig) an der Spitze. Miguel, der Schatzmeister (Tamara Thies) kann es kaum fassen, plötzlich über so viel Gold zu verfügen: "Die Staatskasse hat soeben wieder feste Nahrung zu sich genommen. Aus dem Rinnsaal ist ein goldener Strom geworden." Nur die Inkas sind traurig, weil sie Gefangene sind. Bald aber wandelt sich ihre Trauer in Freude, weil alle gemeinsam ein frohes Fest feiern. Das Musical wirkte lebendig, weil die Texte immer wieder durch flotte Songs unterbrochen wurden. Das schauspielerische Talent der Sängerinnen und Sänger blitzte durch und erfreute die 200 Besucher.

Auf einen Blick

Die Mitwirkenden beim Musical: Diespanische Familie: Kristin Becker, Meike Backes, Michelle Krämer, Leonie Schwan, Franziska Schwan. Die Spanier: Celina Finkler, Nele Haupenthal, Lina Klein, Christina Backes, Ann-Kathrin Joseph, Jana Laubenthal, Vanessa Ludwig, Ann-Kathrin Backes, Tamara Thies, Lena Jost, Marvin Stein, Zoé Finkler. Die Inkas: Caroline Klemm, Celine Ludwig, Evelyn Finkler, Nicolas Klemm, Milena Laubenthal, Maxine Laubenthal, Elena Becker, Maja Haupenthal, Michelle Schneider.

Keyboard: Johannes Bernarding. Dirigentin: Evelyn Finkler. gtr