1. Saarland

Wenn die Stofftiere auf die Matte fliegen

Wenn die Stofftiere auf die Matte fliegen

Oberthal. Rund um die Oberthaler Bliestalhalle bietet sich am Samstag ein für das Wochenende typisches Bild: Überall liegt Schnee. Die weiße Pracht hat die Umgebung vollständig für sich vereinnahmt

Oberthal. Rund um die Oberthaler Bliestalhalle bietet sich am Samstag ein für das Wochenende typisches Bild: Überall liegt Schnee. Die weiße Pracht hat die Umgebung vollständig für sich vereinnahmt. Doch auch im Inneren der Halle ist die Farbe Weiß dominierend: Mehr als 70 Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zehn Jahren fanden sich dort ein, um am Nikolaus-Turnier des Judo-Clubs Oberthal teilzunehmen. Sie alle tragen den typischen weißen Judo-Gi und zeigen auf den ausgelegten Matten, was sie in der japanischen Kampfsportart trotz ihres jungen Alters schon draufhaben. Unterbrochen werden sie zumeist von einem Stofftier, das plötzlich unverrichteter Dinge auf die Matte geflogen kommt: "Das signalisiert das Kampfende", verrät Sarah Konrad. Sie ist Pressewartin sowie Trainerin beim JC Oberthal. Sie schildert das wichtigste Anliegen der Veranstaltung: "Es geht hauptsächlich darum, die Kinder an den Wettkampf heranzuführen - ganz ohne jeden Druck." Das gilt auch für Philip Federkeil. Der Junge, der am Turniertag acht Jahre alt wurde, betreibt seit einem halben Jahr Judo beim JC St. Wendel. "Meine Freunde haben mir gesagt, dass Judo toll sei", verrät das Geburtstagskind. "Und es macht mir wirklich großen Spaß", meint der Jung-Judoka. Danach zeigt er seine Lieblingstechnik, den Seoi-nage oder Schulterwurf, den er kurz darauf auch in seinem Kampf anwenden kann. Am Ende belegt Philip hinter Clubkollege Elias Weidner Platz zwei in seiner Gruppe. Doch Platzierungen sind ja ohnehin eher nebensächlich.Viel wichtiger ist da wohl der Aspekt, den Oberthals Vorsitzender ins Spiel bringt: "Wir versuchen, Präsenz zu zeigen", erklärt Robert Morsch. Das geschieht nicht nur über das Turnier. "Seit zwei Jahren gehen wir auch regelmäßig an Schulen im Landkreis und bieten dort Schnupperkurse an", sagt Morsch. Das macht sich bemerkbar. Aktuell zählt der JC gut 150 Mitglieder, darunter etwa 80 Kinder und Jugendliche. "Vor Beginn der Schul-Aktion gab es bei uns schon einen Einbruch. Seitdem haben wir aber im Nachwuchsbereich wieder einen kleinen Zuwachs", berichtet der Vorsitzende und ergänzt: "Ohne Werbung geht es einfach nicht mehr." Das sieht auch Gerhard Reindorf, der Trainer beim JC St. Wendel, so. In den 70er Jahren, als es eine Art Judo-Boom in Deutschland gab, konnte sein Verein auf eine Zahl von rund 280 Mitgliedern blicken - heute seien es nur noch 56. Immerhin stellte sich eine Nachmittags-AG in einer Schule mittlerweile als sehr effizient heraus. Neun Kinder konnte der Verein so für den Sport begeistern. Unter dem Strich gilt auch für Reindorf, der seit 1951 Judo betreibt: "Wenn du dich nicht bemühst, kriegst du heute keinen mehr." Auf der anderen Seite ist es mit dem entsprechenden Engagement aber doch möglich. Damit auch in Zukunft noch viele Stofftiere auf die Matten fliegen. bene

Auf einen Blick

Platzierungen des Nikolaus-Turniers:

1. Plätze gingen in den einzelnen Gewichts- und Altersklassen an: Elias Weidner (JC St. Wendel), Max-Philipp Sänger (JC Oberthal), Nils König (JJC St. Ingbert), Sascha Schunk (JC Hochwald), Luke Kleiber (TV Merzig), Katharina Klein (JC Lebach-Steinbach), Henri Henkes (JC Oberthal).

2. Plätze: Philip Federkeil (JC St. Wendel), Alexander Patzert (SSV Homburg-Erbach), Tom Selgrath (JC Steinbach), Franziska Wagmann (JC St. Wendel), Emma Grünewald (JC Oberthal), Kader Ormanci (SG Schmelz), Lea Siffrin (JC Quierschied).

3. Platz: Maximilian Mrosek (JC Uchtelfangen), Vincent Rech (JC St. Wendel), Lara Quinten (SG Schmelz), Alexa Kelle (JC Uchtelfangen), Joshua Ruffing (TuS Neunkirchen), Luca Schorr (JC Oberthal), Marla Bender (JC Grügelborn), Marcel Hilt (SG Schmelz), Moritz Friedrich (JC Oberthal), Pascal Schwarz (TV Merzig), Jamie-Ben Kleinbauer (JC St. Wendel), Fabian Schommer (JC Quierschied), Cédrique Gebhardt (SSV Homburg-Erbach), Jara Santos (SSV Homburg-Erbach). bene