Wenn die Bauarbeiter später kommen

Wenn die Bauarbeiter später kommen

Eigentlich wollte der Landesbetrieb für Straßenbau die Ortsdurchfahrten von Tholey und Alsweiler (B 269) sowie die Straße von Werschweiler nach Niederkirchen (B 420) noch in diesem Jahr komplett sanieren. Daraus wird nun nichts. Dem Landesbetrieb fehlt das nötige Personal.

St. Wendel/Neunkirchen. Wolfgang Sauer hat alle Hände voll zu tun. Mehr, als ihm lieb ist. Sauer ist Fachbereichsleiter Straßenbau beim Landesbetrieb für Straßenbau (LfS). Und damit zuständig für alle größeren Straßenbaustellen im Saarland. Von denen gibt es im Landkreis St. Wendel derzeit drei auf Bundes- und Landstraßen, dazu kommen die Bauarbeiten an der Autobahn 62 sowie an der A 1-Brücke bei Dörsdorf. Geplant waren jedoch mehr. Doch den LfS plagen Personalsorgen."Mir laufen buchstäblich die Ingenieure weg", sagt Sauer. Außerdem gebe es eine Wiederbesetzungssperre für freigewordene Stellen. Die Folge: Es dauert länger, bis die Menge an Baustellen geplant ist, Ausschreibungen verzögern sich. Und dann steht schon der Winter vor der Tür. Deshalb müssen einige Baustellen auf 2013 verschoben werden. Die Landesmittel für Straßenbau in Höhe von 30,8 Millionen Euro für das ganze Bundesland sind nach Angaben des LfS zwar verplant. Die Bundesmittel von 27,3 Millionen Euro für Bundesstraßen würden dagegen nicht vollständig abgeschöpft.

Betroffen sind davon auch Bundesstraßen im Landkreis St. Wendel: Die Ortsdurchfahrten Tholey und Alsweiler (B 269) sowie die Straße zwischen Werschweiler und Niederkirchen (B 420) werden nun erst im nächsten Jahr grundsaniert.

Gerade im Bereich Tholey/Alsweiler werden sich die Planer des LfS gemeinsam mit den Gemeinden die Köpfe zerbrechen. "Das wird auch eine längere Maßnahme. Erneuert wird nicht nur die Fahrbahn, sondern auch Rinnen, Straßenabläufe, Gehwege und so weiter. In Tholey wird außerdem ein Kreisel an der Einmündung der L 135 Richtung Theley gebaut", erklärt Wolfgang Sauer vom LfS. Wann und in welcher Reihenfolge werden die Straßen erneuert? Wie viel darf man den Anwohnern und Autofahrern zumuten? Und über welche Strecken wird der Verkehr umgeleitet?

Diese Fragen beschäftigten die Planer auch, als es um den Doppelkreisel und die Ortsteile Winterbach und Bliesen ging. "Zuerst musste die Ampel bei Bliesen am Abzweig nach Winterbach installiert werden. Erst als die fertig war, konnten wir mit dem Doppelkreisel an der B 269 in St. Wendel beginnen, weil die Strecke von Winterbach über Bliesen die Umleitung, besonders für Lkw, nach St. Wendel ist", berichtet der LfS-Abteilungsleiter.

Es ist ein grundsätzliches Problem: Der Landesbetrieb für Straßenbau betreut im Saarland alle Baustellen auf Autobahnen, Bundesstraßen sowie größere Bauvorhaben innerorts und auf Landstraßen. Die Gemeinden führen zudem kleinere Vorhaben oder Kanalsanierungen in Eigenregie durch. Die Baustellen sollten dann jeweils nicht zu nah beieinander sein, um sehr weite Umleitungen zu verhindern oder die Geduld der Autofahrer nicht zu oft hintereinander zu strapazieren. Zudem müssten das Verkehrsaufkommen sowie die Belastbarkeit der einzelnen Strecken berücksichtigt werden. Und dann komme noch die höhere Gewalt hinzu: Frostschäden, Erdrutsche, Unterspülungen, plötzliche Fahrbahnschäden oder auch Schäden durch Verkehrsunfälle, die nicht planbar sind, aber möglichst schnell behoben werden müssen. "Wir tun, was wir tun können und was finanziell machbar ist", nennt es LfS-Sprecher Klaus Kosok. und Grafik