1. Saarland

Weniger Geld für Ein-Euro-Jobs

Weniger Geld für Ein-Euro-Jobs

St. Wendel. Der Arbeitsmarkt im Landkreis St. Wendel boomt. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent im Dezember hat der Kreis die niedrigste im ganzen Saarland. Diese erfreuliche Entwicklung hat eine Kehrseite. Die Gelder zur Förderung des so genannten öffentlichen Arbeitsmarktes, zum Beispiel für Ein-Euro-Jobs im Kreis sind für 2012 gekürzt worden

St. Wendel. Der Arbeitsmarkt im Landkreis St. Wendel boomt. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent im Dezember hat der Kreis die niedrigste im ganzen Saarland. Diese erfreuliche Entwicklung hat eine Kehrseite. Die Gelder zur Förderung des so genannten öffentlichen Arbeitsmarktes, zum Beispiel für Ein-Euro-Jobs im Kreis sind für 2012 gekürzt worden. Damit fallen Eingliederungsprojekte weg, in denen Langzeitarbeitslose vor allem in Ein-Euro-Jobs beschäftigt waren. Zwei von fünf Trägern dieser Maßnahmen haben im Kreis keine Aufträge mehr. Von den 33 Stellen für die anleitenden Fachkräfte und Sozialpädagogen sind mit 15,5 weniger als die Hälfte übrig geblieben."Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat uns besonders hart getroffen", stellte Landrat Udo Recktenwald im SZ-Gespräch fest. Solche Arbeitsangebote seien aber grundsätzlich notwendig: "Es wird immer Menschen geben, die öffentlich beschäftigt werden müssen."

Für die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern im St. Wendeler Land ist die Kommunale Arbeitsförderung des Landkreises zuständig. Deren Leiter, Thomas Schmidt, erläutert die Kürzungen. Insgesamt stehen der Kommunalen Arbeitsförderung 2012 nur noch 5,5 Millionen Euro an Eingliederungsgeldern zur Verfügung, unter anderem für die Ein-Euro-Job-Projekte. Das sind 1,71 Millionen Euro weniger als noch 2011. Ein Rückgang von 24 Prozent.

Nur noch drei Träger

Bund, Land und Europäische Union steuern dieses Geld bei. 2,872 Millionen Euro (148 000 Euro weniger als 2011) kommen als Verwaltungsbudget vom Bund für die Personal- und Sachkosten der Kommunalen Arbeitsförderung. 2,126 Millionen Euro (minus 725 000 Euro) zahlt der Bund als Eingliederungshilfe. Damit werden die Maßnahmen finanziert, Lohnkostenzuschüsse und Qualifizierungen gezahlt. Für das Personal bei den Trägern geben Europäische Union und das Land 580 000 Euro. 2011 waren es noch 1,34 Millionen Euro.

Das führt dazu, dass in diesem Jahr nur noch drei Maßnahmenträger statt bisher fünf im Landkreis St. Wendel aktiv sind und die Stellen für die betreuenden Sozialpädagogen und Anleiter von 33 auf 15,5 sinken. In diesen 15,5 sind auch die Landesprogramme Jugendberufshilfe mit vier und Migrationsberatung mit einer halben Stelle eingeschlossen.

Nachfrage zurückgegangen

Für die weiteren Projekte mit Hartz-IV-Empfängern gibt es also nur noch elf Stellen statt 27,5 im letzten Jahr. Verbleibende Träger in der Region sind die Wiaf, die Arbeitsmarktinitiative St. Wendel und Ideeon. Aber auch diese mussten ihren Mitarbeiterstab deutlich verringern. Insgesamt bieten sie nun 159 Plätze für Ein-Euro-Jobs an. 2011 waren es noch 245. Allerdings ging im vergangenen Jahr auch die Nachfrage nach Ein-Euro-Jobs deutlich zurück, so Schmidt. Längst nicht mehr alle Plätze konnten besetzt werden.

Bürgerarbeit: 40 Plätze mehr

Hinzu kommen in diesem Jahr 93 Plätze für das neue Programm, Start 2011, der Bürgerarbeit. 40 mehr als noch im vergangenen Jahr. Einige weggefallene Ein-Euro-Jobs und deren Maßnahmen können durch die Bürgerarbeit ersetzt werden. Dazu zählen die Ausgrabungsprojekte im Wareswald und Ringwall mit 13 Plätzen für Bürgerarbeit, die St. Wendeler Tafel (fünf Plätze), die Möbelbörse St. Wendel (21 Plätze), Bau- und Grün-Maßnahmen der Gemeinden (16 Plätze). Bei der Bürgerarbeit verdienen die Teilnehmer 900 Euro brutto im Monat (30-Stunden-Woche). Die Kosten tragen Bund und Europäische Union. Es werden aber keine Anleiter mehr zusätzlich finanziert. Recktenwald: "Die Zielgruppe ist jedoch die gleiche wie bei den Ein-Euro-Jobs."