1. Saarland

Weniger Diebstähle - mehr Raubüberfälle

Weniger Diebstähle - mehr Raubüberfälle

Saarbrücken. Die Gesamtzahl der im Jahr 2010 im Saarland registrierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent oder 2654 Fälle auf jetzt 71 887 Delikte gesunken. Die Aufklärungsquote stieg um 1,1 Prozent auf 55,3 Prozent

Saarbrücken. Die Gesamtzahl der im Jahr 2010 im Saarland registrierten Straftaten ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent oder 2654 Fälle auf jetzt 71 887 Delikte gesunken. Die Aufklärungsquote stieg um 1,1 Prozent auf 55,3 Prozent. Der unserer Zeitung vorliegende Bericht über "Stand und Entwicklung der Kriminalität", den das Landeskriminalamt (LKA) erstellt hat, dokumentiert: Der für 2010 festgestellte Rückgang an Straftaten ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass 1294 oder 4,8 Prozent weniger Diebstähle gemeldet und gezählt wurden. Allerdings fällt auf, dass 248 Taschendiebstähle (plus 38,3 Prozent, insgesamt 895 Fälle) mehr als 2009 aktenkundig wurden. Die 25 870 Diebstahlsdelikte machen 36 Prozent und damit den größten Anteil an der Gesamtkriminalität aus.Gleichzeitig werden für das Jahr 2010 exakt 1506 (8,2 Prozent) weniger Verstöße gegen "sonstige Straftatbestände" notiert. Hierzu zählen: Erpressung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Strafvereitelung, Geldwäsche, Brandstiftung sowie Korruptionsdelikte.

Gegen den Trend wird bei den "Straftaten gegen das Leben" ein Anstieg um 15 Fälle (68,2 Prozent) auf 37 notiert. So wurden im vergangenen Jahr 16 Mordfälle bearbeitet, acht mehr als 2009. Neun Fälle des Totschlags (plus eins) und elf Fälle der fahrlässigen Tötung (2009: sechs) sind registriert. Zudem weist die Statistik einen Schwangerschaftsabbruch aus, der die Polizei beschäftigte.

Einen Anstieg meldet das LKA auch im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern mit 39 Fällen (plus 33,1 Prozent) auf insgesamt 157 registrierte Straftaten. Um 34 (plus 45,9 Prozent) auf 108 Fälle stiegen Delikte der Vergewaltigung und sexuellen Nötigung. Hier notieren die Kriminalisten: "Bei rund einem Drittel der registrierten Delikte handelt es sich um Beziehungsdelikte, die dem Bereich häusliche Gewalt zuzuordnen sind."

Durchweg auf dem Niveau des Vorjahres bewegen sich die Fallzahlen bei den Raubdelikten (546 Delikte). Hier wurden nach Angaben des Landeskriminalamts 17 Fälle des Handtaschenraubs weniger gezählt als 2009, gleichzeitig stiegen aber die Raubüberfälle auf Straßen (plus 25 oder 17,7 Prozent) und der Überfälle auf Geschäfte (plus 21) und Geldinstitute (plus acht).

Bei der Rauschgiftkriminalität weist die LKA-Statistik für das Jahr 2010 einen Anstieg um 161 Fälle oder 7,4 Prozent auf insgesamt 2338 Straftaten aus. Der Polizei fielen im vergangenen Jahr 481 Personen erstmals als Konsumenten harter Drogen auf, das waren 38 mehr als noch 2009.