1. Saarland

Wenig Rückhalt aus der Landwirtschaft

Wenig Rückhalt aus der Landwirtschaft

Veitsrodt. Eine spannende Podiumsdiskussion zu dem geplanten Nationalpark war gerade - nach fast vier Stunden - beendet, zahlreiche Argumente für und wider eine solche Idee ausgetauscht

Veitsrodt. Eine spannende Podiumsdiskussion zu dem geplanten Nationalpark war gerade - nach fast vier Stunden - beendet, zahlreiche Argumente für und wider eine solche Idee ausgetauscht. Die meisten der weit mehr als 200 Besucher hatten bereits den Heimweg angetreten, da ließ Kreisbauernvorsitzender Karl-Otto Engel beim Bier in vertrauter Runde die Diskussionsprotagonisten, die kurz zuvor noch im Podium auf der Bühne saßen, wissen: "Es gibt intelligentere Lösungen als einen Nationalpark Hochwald-Idarwald. Ich bin überzeugt, dass ein solcher Park auf dem Truppenübungsplatz Baumholder - wenn er denn nach der nächsten Bundeswehrreform nicht mehr gebraucht würde - ohne jeglichen Widerstand realisierbar wäre."Peng! Das hatte gesessen. Hätte Engel seine Meinung schon zu Beginn des Kreisbauerntages 2013 in Veitsrodt kundgetan, wäre ihm tosender Applaus des Publikums gewiss gewesen. Denn von Anfang an war klar: Die Befürworter eines Nationalparks Hochwald-Idarwald waren deutlich in der Unterzahl.

Das bekam direkt auch Armin Kullmann vom BioRegio-Institut Frankfurt zu spüren. Kullmann skizzierte seine Vision eines Nationalparks, doch als er orakelte, der Park werde die Landwirte zu Gewinnern machen, brach schallendes Gelächter aus.

Ähnlich erging es Harald Egidi vom Forstministerium in Mainz, der den Prozess in Sachen Nationalpark im Kreis Birkenfeld von Anfang an begleitet. Der ehemalige Leiter des Forstamtes Kempfeld bemühte sich um Sachlichkeit, versuchte souverän, alle vorgebrachten Gegenargumente zu entkräften. So sei etwa mit einer plötzlichen Borkenkäferinvasion nicht zu rechnen, die prophezeite Brennholzknappheit sei lediglich ein Horrorszenario und den von der Landwirtschaft befürchteten Wildschäden versuche man mit einem stringenten Jagdkonzept zu begegnen.

Der forstliche Sachverständige Wolfgang Tzschupke aus Freudenstadt konnte da schon mehr Eindruck schinden. Der bekennende Gegner des geplanten Nationalparks Nordschwarzwald hatte allerlei Tabellen und Grafiken vorbereitet, die dem einen oder anderen Zuhörer ein zustimmendes "Siehste" entlocken konnte. Die Artenvielfalt werde durch den Nationalpark nicht erhöht, zudem brauchten Luchs und Wildkatze keinen Nationalpark - das waren nur zwei seiner Thesen.

Clemens Lüken vom Verband der rheinland-pfälzischen Säge- und Holzindustrie und Hans-Günter Fischer, der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Rheinland-Pfalz, leierten altbekannte Zahlen hinsichtlich prognostizierter Betriebsschließungen, Arbeitsplatz- und Wertschöpfungsverlusten herunter.

Fernsehmoderator Manfred Ladwig ließ gerne Fragen aus der Zuhörerschaft zu, sortierte einige davon aus und betonte schließlich: "Nun muss jeder von Ihnen diese Argumente in seinem Kopf sortieren und sich seine eigene Meinung bilden." Eins indes stand für den Birkenfelder Landrat Matthias Schneider schon vor der Diskussion fest: "Ohne die Landwirtschaft lässt sich der Nationalpark Hochwald-Idarwald nicht umsetzen."