1. Saarland

Weltmeister, Weltrekorde und Abstiege

Weltmeister, Weltrekorde und Abstiege

Die Billard-Weltmeisterschaft in St. Wendel: Sie war mit Sicherheit das wichtigste Sportereignis im vergangenen Jahr im Kreis. Doch einmalig war sie nicht, schließlich gastierten die Queue-Artisten im Oktober bereits zum zweiten Mal in der Domstadt. Schon im Jahr 2006 fand sie in St. Wendel statt. 2008 war sie eigentlich an Tokio vergeben

Der Ausflug der Marpinger Moskitos in die zweite Handball-Bundesliga endete mit einer Bruchlandung - und dem Abstieg. Foto: Ruppenthal
Der FC feiert einen Sieg: Ein seltenes Bild in Marpingen. Die Mannschaft stieg 2008 aus der Verbandsliga ab und spielt auch in der Landesliga eine bescheidene Rolle. Foto: atb
Die Kegelbahnen in Oberthal sind Heimat des FC Bayern des Kegelsports. Die Herren feierten 2008 zum siebten Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft. Foto: atb

Die Billard-Weltmeisterschaft in St. Wendel: Sie war mit Sicherheit das wichtigste Sportereignis im vergangenen Jahr im Kreis. Doch einmalig war sie nicht, schließlich gastierten die Queue-Artisten im Oktober bereits zum zweiten Mal in der Domstadt. Schon im Jahr 2006 fand sie in St. Wendel statt. 2008 war sie eigentlich an Tokio vergeben. Doch nachdem die japanische Weltmetropole kurzfristig zurückzog, kam der Billard-Weltverband kurzerhand wieder auf die saarländische Kreisstadt und den Billardverein zu - und die sagten zu. Das bedeutete vor allem für Peter Pazen viel Arbeit. Er ist Vorsitzender des BC St. Wendel. Der Club hat rund 130 Mitglieder, rund 50 davon sind aktiv. Und was die leisteten, war weltmeisterlich. "Sei es als Saalhelfer, Spielerbetreuer, beim Essensbereich, als Fahrer oder Spezialeinsatzkommando." Das "Stammteam", wie es Pazen nennt, verbrachte täglich rund 14 Stunden an der Austragungsstätte im Saalbau. Dieser ungeheuere Idealismus zeichnete die WM aus, zeichnet St. Wendel aus. Dass am Ende der Italiener Marco Zanetti das WM-Finale für sich entscheiden konnte, war weitaus überraschender als die tolle Organisation der Veranstaltung. Wenig überraschend war hingegen die deutsche Meisterschaft der Kegelfreunde aus Oberthal. Im März holten die Jungs um Holger Mayer zum siebten Mal in Folge den Titel und sind das, was der FC Bayern im Fußball ist: Deutscher Rekordmeister. Doch nicht genug: Mayer war es auch, der im Dezember 1026 von 1080 möglichen Holz warf: Weltrekord! Auch in der neuen Saison sind die KF wieder auf Meisterschaftskurs. Nicht überraschend, aber dennoch sehr emotional, war der Abschied einer Trainerlegende. Bereits im Dezember 2007 kündigte Bernd Rohrbacher seinen Rücktritt zum Saisonende an. Nach zehn Jahren beim SV Hasborn wollte der 43-Jährige seinen Vertrag beim Fußball-Oberligisten nicht mehr verlängern, sondern beim VfB Hüttigweiler eine neue Herausforderung annehmen. Der Vorsitzende des SV Rot-Weiß, Joachim Warken, bedauerte Rohrbachers Entscheidung: "Ich kann ihn nur loben: Er hat immer erfolgsorientiert gearbeitet, war loyal zum Verein und hat sich mit uns identifiziert." Rohrbacher feierte mit Hasborn zwei Mal den Aufstieg in die Oberliga, 2007 gewann er mit den Rot-Weißen den Saarlandpokal. Sein letztes Spiel als Trainer war gegen den 1. FC Saarbrücken. Tränen flossen, doch die neue Zeit kam. Jetzt ist mit Gerd Warken ebenfalls ein erfahrener Mann in Hasborn an der Linie. Mit Erfolg: Die Jungs stehen derzeit auf Platz zehn der Oberliga. Die beste Hinrunde in der Vereinsgeschichte. Ähnlich entspannt ist die Lage vorm Jahreswechsel beim VfL Primstal. Mit dem Trainerduo Jochen Ernst und Nicola Lalla läuft es in dieser Saison richtig gut, der VfL steht auf Platz zwei der Landesliga. Einer der Garanten des Erfolgs: Spielertrainer Nicola Lalla, der in 17 Spielen schon 15 Mal traf. Ganz anders sieht es in Marpingen aus. Im Mai stieg der FC aus der Verbandsliga ab - und fast alle Spieler hauten ab. So kommt es, dass die Mannschaft von Trainer Steffen Heßler auch in der Landesliga vehement kämpfen muss. Derzeit belegt der FC nur den 14. Tabellenplatz von 16. Katerstimmung auch beim VfB Theley. Der träumte noch im November vom Titel, doch dann verlor die Mannschaft fünf der letzten sechs Spiele. Dazu gab es die 0:5-Klatsche beim Bezirksligisten Reisbach im Pokal. Bitter.In der Gemeinde Marpingen mussten allerdings in diesem Jahr nicht nur die Fußballer einige Nackenschläge einstecken: Die Moskitos, die Handballerinnen der DJK, erlebten nach ihrem Aufstieg in die zweite Bundesliga einen bösen Absturz. Ein Punkt aus 22 Spielen lautete die bittere Bilanz, kein Sieg. "Es bleibt die Erkenntnis, dass wir nicht die Möglichkeit hatten, uns in dieser Liga zu etablieren. Weder sportlich noch finanziell", sagt Manager Reimund Klein desillusioniert. Auch wenn die Moskitos in einigen Spielen durchaus mithalten konnten. Nach dem Abstieg erfolgte ein Umbruch: Mit Karoline Müller, die zur HSG Sulzbach in die Bundesliga wechselte, Barbara Brecska und Antje Bauer gingen die Stützen der Mannschaft. Zudem auch Trainer Peter Monz. Für ihn kam Christoph Luck, der aber glücklos blieb. Nach fünf Niederlagen in Folge stürzten die Moskitos in der Regionalliga bis auf Platz elf ab. Erst kurz vor Weihnachten gelang wieder ein Erfolg. Zeichen für einen Umschwung im neuen Jahr? Hoffentlich. Auf ein Neues.