1. Saarland

Weit mehr als der Maler der Bergarbeiter

Weit mehr als der Maler der Bergarbeiter

Sulzbach/Saarbrücken. Alle zwei Jahre wird er von der Stadt Sulzbach verliehen: der Fritz-Zolnhofer-Preis. Er geht an Männer und Frauen, die in ihrem Werk die Themen Mensch und Landschaft in Hinblick auf Arbeit, Industrie, Handwerk und Wirtschaft berücksichtigen. Eben so, wie dies der Maler Zolnhofer in seinen Bildern getan hat

Sulzbach/Saarbrücken. Alle zwei Jahre wird er von der Stadt Sulzbach verliehen: der Fritz-Zolnhofer-Preis. Er geht an Männer und Frauen, die in ihrem Werk die Themen Mensch und Landschaft in Hinblick auf Arbeit, Industrie, Handwerk und Wirtschaft berücksichtigen. Eben so, wie dies der Maler Zolnhofer in seinen Bildern getan hat. Dieses Jahr erhält den Preis der Fotograf Joachim Lischke (wir berichteten). Lischkes künstlerische Arbeit wurde stark von Otto Steinert und dessen Lehre der "Subjektiven Fotografie" geprägt. Offiziell entgegennehmen kann der Preisträger 2009 seine Auszeichnung am Freitag, 3. April, (19 Uhr) im Sulzbacher Salzbrunnenhaus. Dort wird einmal mehr erinnert werden an den beeindruckenden Maler Zolnhofer, den die Stadtverwaltung offenbar sehr in Ehren hält. Einige seiner ausdrucksstarken Bilder findet man an den Wänden des Rathaus-Sitzungssaales im Obergeschoss. Kunstinteressierte Menschen lassen sich da in Ausschuss- und Stadtratssitzungen gerne mal ablenken. Von Gemälden, die so viel erzählen von dem, was Fritz Zolnhofer interessierte: die Welt der Bergleute mit all ihrer Härte und Beschwerlichkeit. Doch Zolnhofer war weit mehr als nur der Bergmannsmaler. In 40 Jahren seines künstlerischen Schaffens hat er etliche Ausflüge gemacht in die Landschaftsmalerei, in Stillleben, Porträtmalerei. Schließlich entwickelte er sich zum modernen Künstler mit einer Vorliebe zum Expressionismus und Surrealismus, schreibt Jörg Bier vom Sulzbacher Kulturamt. Eltern früh gestorbenZolnhofer wurde am 13. Januar 1896 im pfälzischen Wolfstein geboren, kam nach dem frühen Tod seiner Eltern mit vier Jahren nach Schnappach, wo er bei der Großmutter aufwuchs und bis 1931 lebte. Bereits in jungen Jahren entdeckte er seine künstlerischen Neigungen. Nach einer Malerlehre begann er daher 1913 ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Nach dem Ersten Weltkrieg, den er als Soldat er- und überlebte, und einem längeren Aufenthalt in der Schweiz setzte Fritz Zolnhofer 1920 sein Studium an der Akademie in München bei Professor Karl Caspar fort. Hier reifte Zolnhofer zum Meisterschüler und schließlich zum akademischen Kunstmaler heran. Um seine Studien zu vertiefen, reiste er nach Spanien, Holland, Frankreich, Italien und in die Schweiz. 1931 ließ sich Zolnhofer gemeinsam mit seiner Frau in Saarbrücken nieder.In vier Jahrzehnten hat sich Fritz Zolnhofer weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr hat der Saarbrücker Stadtrat dem Maler ein Ehrengrab auf dem Waldfriedhof im Stadtteil Burbach zugestanden.