"Weißes Haus" als Stolperstein

"Weißes Haus" als Stolperstein

Großer Andrang herrschte bei der ersten öffentlichen Vorstellung der Baupläne fürs Völklinger City-Center. Die Investoren wollen sich offenbar auch durch einen zögernden Hauseigentümer nicht bremsen lassen.

Völklingen. Viele Völklinger wollten am Dienstagabend wissen, wie ihr neues City-Center aussehen wird. Der Festsaal im Alten Rathaus war überfüllt. Die Zuhörer standen bis vor die Tür, als Investorensprecher Dr. Norbert Hermann, Oberbürgermeister Klaus Lorig und Architekt Matthias Kraemer die Pläne für das 35-Millionen-Euro-Objekt vorstellten.Wie man hörte und sah, wird das City-Center schon (für Völklinger Verhältnisse) imposant ausfallen. Der Neubau wird dreistöckig in Halbkreisform eine Fläche von der Rathausstraße über die Alte Schulstraße hinweg bis hinein in die Karl-Janssen-Straße umschließen. Mit einem einladend gestalteten Vorplatz zum Alten Rathaus hin, wo dann nur noch die Busse durchfahren dürfen. Aber auch einer Besonderheit, die Diskussionsteilnehmer Werner Michaltzik bereits als "das Weiße Haus in Völklingen" ansprach: Wenn sich nicht noch was ändert, bleibt vor der neuen Fassade oben in der Karl-Janssen-Straße ein altes Geschäfts- und Wohnhaus stehen. Der Eigentümer möchte offenbar derzeit nicht verkaufen. Oberbürgermeister Lorig dazu: "Ich hoffe, dass wir in den nächsten Monaten vielleicht ein Ergebnis erzielen."

Ob mit, ob ohne "Weißes Haus" im Vorfeld - das City-Center soll jedenfalls Gastronomie- und Servicebetriebe und Geschäfte aller Größenordnung mit insgesamt 8500 Quadratmetern Verkaufsfläche und über 400 Parkplätze bieten. Der Vermietungsstand liegt laut Herrmann bereits "weit über 60 Prozent". Im City-Center solle es das geben, "was Sie heute in Völklingen nicht haben" - so Hennes & Mauritz (H&M) und ein Fitness-Studio auf 1200 Quadratmetern Fläche, insgesamt "32 bis 33 Einheiten". Der Schwerpunkt werde im Textilbereich liegen. Ein Lebensmittelmarkt, Discounter oder Büroflächen seien nicht vorgesehen. In Fragen von Völklinger Geschäftsleuten war auch Besorgnis zu spüren. Wirtschaftskreis-Vorsitzender Hans Agostini meinte demgegenüber: "Wir müssen uns daran gewöhnen, dass Völklingen in zwei Jahren ein ganz anderes Gesicht erhält. Wenn wir dies nicht tun, verzögern wir die Entwicklung ähnlich wie das Weiße Haus."

Investorensprecher Herrmann und Oberbürgermeister Lorig haben übrigens am Dienstagabend zart den Fuß vom Gas genommen. Entgegen bisherigen Ankündigungen sollen die Abrisse am Ex-Kaufhof und im Umfeld nicht genau am 2. April, sondern "in Bälde" (Lorig) starten. Das City-Center soll dann laut Herrmann "Ende des Jahres 2013, Ende des erste Quartals 2014" fertig sein. Bei einem Besuch im vergangenen September hatte Herrmann noch versprochen: "Ende 2013 können Sie dann bei uns einkaufen."

Dennoch gab es kräftigen Beifall. Auch für die Ankündigung Herrmanns, dass mit "200 bis 250" Arbeitsplätzen im City-Center zu rechnen sei.

< Weitere Berichte folgen.

"Wir müssen uns daran gewöhnen,

dass Völklingen ein ganz anderes

Gesicht erhält."

Die Pläne zum Bau des City-Centers wurden am Dienstagabend im Festsaal des Alten Rathauses der Öffentlichkeit vorgestellt; im Bild (von links) Architekt Matthias Kraemer, Investorensprecher Dr. Norbert Herrmann und Oberbürgermeister Klaus Lorig. Foto: Becker &amp; Bredel.

Hans Agostini, Wirtschaftskreis