1. Saarland

Weintipps für den Jahreswechsel und darüber hinaus.

Weintipps für den Jahreswechsel : Spritziges und Fruchtiges für Silvester und das neue Jahr

Statt zu böllern kann man die Korken knallen lassen: Vier saarländische Fachhändler empfehlen Weiß-, Rot- und Schaumweine aus Deutschland und Italien.

Die große Party zum Jahresende fällt diesmal aus. Auch auf Böller wird verzichtet. Aber im kleinen Kreis kann man es auch diesmal ein bisschen krachen – oder zumindest die Korken knallen lassen. Wer noch ein paar Tipps für das passende Getränk sucht, sollte hier fündig werden. Vier saarländische Fachhändler empfehlen jeweils drei Weine: weiße, rote und prickelnde. Wir haben keinerlei Vorgaben gemacht und ließen uns überraschen, was die Weinexperten unserer Leserschaft anzubieten haben.

Und siehe da: Es sind sieben deutsche und fünf italienische Weine. Frankreich, Spanien und andere Länder sind nicht dabei. Die Bandbreite ist trotzdem sehr groß: vom „einfachen“, preiswerten Weißburgunder bis zur edlen Schaumwein-Legende, von 7,50 bis 29,50 Euro – da sollte für jeden Weinfreund etwas dabei sein.

Ralf Zimmermann von Pinard de Picard in Saarwellingen präsentiert das Weingut Jülg aus Schweigen-Rechtenbach in der Südpfalz. Und zwar den Weißburgunder trocken 2019 für 7,50 Euro, der saftig und fruchtig (Ananas, Pfirsich, Quitte, Honigmelone) daherkommt, aber auch mit feiner Cremigkeit und schön eingebundener Säure gefällt. Dann den Spätburgunder Kalkmergel trocken 2018 für 11,90 Euro: fruchtiger Duft nach Johannisbeeren und Sauerkirschen, intensiv, aber nicht schwer. Zimmermann: „Diese Eigenschaft des Spätburgunders, Kraft und Feinheit gleichermaßen zu vereinen, ist einfach einzigartig.“ Ein spritziges Vergnügen – ebenfalls mit großartigem Preis-Leistungsverhältnis – ist der Jülg Rieslingsekt brut 2016 für 11,95 Euro:   traditionelle Flaschengärung wie in Frankreich, feines Hefelager, mineralischer Duft, dazu am Gaumen frisch und fruchtig (Pfirsich), mit einem Hauch Orangenblüten.
www.pinard-de-picard.de

Auch Christoph Spies von Wein Spies in Losheim am See setzt auf deutsche Gewächse. Als Weißwein rückt er einen hochwertigen Riesling ins Rampenlicht, den Adonis Wiltinger Rosenberg Riesling trocken 2018 von Gebrüder Weber in Wiltingen/Saar (15,60 Euro). Er überzeugt mit Fülle und Dichte, Frucht und Cremigkeit, Verspieltheit und einem köstlichen Abgang. „Badischer Landwein” steht auf dem Etikett des Pinot Noir Villages 2018 von der Domaine Forgeurac in St. Leon-Rot in Baden. Dahinter verbirgt sich ein edler Spätburgunder für 25 Euro, der Fülle, Frucht (dunkle Beeren) und erdige Würze vereint, ein großes Gewächs.  Ebenfalls aus Baden stammt der Pinot Rosé Brut Sekt 2018 von Alexander Laible aus Durbach (15,20 Euro). Christoph Spies schwärmt zurecht von diesem Winzersekt: „In der Nase schöne Himbeer- und Erdbeeraromen, umhüllt von feinen Johannisbeeren am Gaumen. Feinperlig, viel Saft und eine schöne Länge.“
www.weine-spirituosen-spies.de

Christian Löw von Löw-Weine Göttelborn startet mit einem leckeren Gutswein von der Saar, dem Saarriesling feinherb 2018 vom Weingut von Hövel in Oberemmel (10,23 Euro).  „Er ist saftig-fruchtig, mit elegantem Abgang – gerade mit diesem Saarweintyp hat sich Besitzer und Winzer Max von Kunow seinen Namen gemacht.“ Dann geht es nach Italien: Aus Apulien kommt ein Roter mit Frucht und Fülle, der Primitivo di Salento „Primenotti“ von der Cantina Sampietrana für 12,18 Euro. Der leuchtet rubinrot im Glas, überzeugt mit feinen Kirsch-und Zwetschgen-Aromen, verströmt Geschmackstiefe und Nachhaltigkeit. In Valdobbiadene, dem Herzstück der hochwertigen Prosecco-Produktion Venetiens, ist die Kellerei Casa Gheller der Villa Sandi zu Hause. Ihr Spumante „Cuvée Brut“ für sehr preiswerte 9,26 Euro gefällt mit feiner Perlage und einer ausgeprägten fruchtigen Aromatik.
www.loewweine.com

Zum Finale ist dreimal Italien an der Reihe. Enrico Jacopini aus Neunkirchen empfiehlt zunächst einen hochwertigen Sauvignon Blanc: den Teolis 2018 von Murva Di Renata Pizzulin aus dem Friaul (17,90 Euro). Fruchtig (Pfirsich) und blumig spricht er Nase und Zunge an, knackig und kräftig ist er im Geschmack, dabei aber auch elegant und finessenreich. Als Rotwein für Fest- und andere Tage packt der Weinfachmann den Valpolicella Ripasso 2018 von Bertani  aus Venetien aus (11,60 Euro).  „Das ist ein kleiner Amarone“, schwärmt Jacopini, „mit  Aromen von Brombeeren und schwarzen Johannisbeeren, im Geschmack samtig und ausgewogen mit einem schönen Finish“.  Eine italienische Schaumwein-Legende ist das Weingut  Ca‘ del Bosco in der Region Franciacorta in der Lombardei. Die „Champagne Italiens“ wird dieses Gebiet genannt, und absolut auf hohem Champagner-Niveau bewegt sich auch die Cuvée Prestige für 29,50 Euro: Frische und Eleganz, angenehm trocken, harmonische Säure. Ein Wein für besondere Gelegenheiten.  
www.jacopini-weinhandel.de