1. Saarland

Wehrpflicht geht, Staatsbürger in Uniform bleibt

Wehrpflicht geht, Staatsbürger in Uniform bleibt

Merzig/Lebach. Gestern traten in Merzig auf der "Ell" definitiv letztmalig Wehrpflichtige zum Gelöbnis im Saarland an. Unter den 190 Rekruten befanden sich die "W6er" und Freiwillig Längerdienende (bis 23 Monate). Für sie wird es auch künftig Gelöbnisse geben. "Dass es das letzte Mal ist, war mir nicht so bewusst

Merzig/Lebach. Gestern traten in Merzig auf der "Ell" definitiv letztmalig Wehrpflichtige zum Gelöbnis im Saarland an. Unter den 190 Rekruten befanden sich die "W6er" und Freiwillig Längerdienende (bis 23 Monate). Für sie wird es auch künftig Gelöbnisse geben. "Dass es das letzte Mal ist, war mir nicht so bewusst. Aber ich bin irgendwie stolz auf den Platz marschiert", sagte Patrick Zyzik. Stimmt, "mit Stolz erfüllt", pflichten seine Kameraden Timo Möller und Simon Viehrig bei. Angehörige der drei waren gestern unter den vielen Zuschauern des Gelöbnisses und hörten "Preußens Gloria" ebenso wie das "Altniederländische Dankgebet" und die Nationalhymne. Die Wehrpflicht tritt erstmal ab, aber das Konzept des "Staatsbürgers in Uniform" bleibe, unterstrich General Eberhard Zorn. Jetzt habe Deutschland nicht etwa eine Berufsarmee, sondern eine Freiwilligenarmee. Echte Berufssoldaten, derzeit neun Prozent der Saarlandbrigade, blieben die Ausnahme. Das Konzept Bundeswehr fordert, dass der Bürger eines demokratischen Staates seine Mündigkeit nicht am Kasernentor abgibt. Staatsbürger und blinder Gehorsam vertragen sich nicht. Was sagt das den drei Wehrpflichtigen am Tag ihres Gelöbnisses ("Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen…")? "Der Bürger soll dazu beitragen, dass alles ein Geben und Nehmen ist", interpretiert Viehrig. "Jeder kann ja für sich entscheiden, ob er den Dienst in der Bundeswehr leisten möchte", sagt Möller. "Als Bürger", formuliert Zyzik, "sollte man auch andere Pflichten wahrnehmen. Staatsbürger in Uniform bedeutet mehr Pflichten als ein normaler Bürger, die soldatischen Pflichten, aber man sollte seine staatsbürgerlichen Pflichten nicht vergessen."Aber Pflicht ist nicht alles. Die Drei fuhren gestern nach dem Gelöbnis erstmal ins verlängerte Wochenende in die zivile Welt nach Hause. > wird fortgesetzt