1. Saarland

Weg frei für Urnenwände

Weg frei für Urnenwände

Güdesweiler ist der nächste Friedhof in der Gemeinde Oberthal, der umgestaltet wird. Es wird neben Urnengräbern auch eine Urnenwand errichtet. Das haben die Räte in ihrer jüngsten Sitzung so beschlossen.

Urnenwände - ja oder nein, sofort oder später? Mit diesem Thema haben sich sowohl die Oberthaler Räte als auch die Verwaltung schon öfter beschäftigt. In allen vier Ortsteilen der Gemeinde werden die Friedhöfe umgestaltet. Die Pläne sehen vor, Reihengrabstätten für Urnen zu schaffen und bei Bedarf auch Urnenwände zu errichten. Auf den Friedhöfen in Oberthal und Gronig sind die Urnenreihengräber bereits angelegt, Fundamente für Urnenwände vorbereitet.

Zuletzt hatte es Diskussionen in Steinberg-Deckenhardt gegeben. Dort wünschten sich Bürger und Ortsrat, Urnengräber und Urnenwände in einem Schritt herzurichten zu lassen (wir berichteten). Damals hatte es noch keine Beschlussfassung des Gemeinderates gegeben, wonach im kommenden Jahr eine Urnenwand in Steinberg-Deckenhardt oder auf einer der anderen Friedhofsanlagen errichtet wird. Das hat sich in der jüngsten Sitzung geändert.

"Wir haben festgestellt, dass die Urnenbeisetzung deutlich zugenommen hat", sagte Bürgermeister Stephan Rausch (CDU). Darauf will die Verwaltung reagieren. Auch mit Blick auf die in Kürze beginnenden Arbeiten auf dem Friedhof in Güdesweiler. "Dort soll die Anzahl der Urnengräber von den ursprünglich geplanten 44 auf 20 reduziert werden. Gleichzeitig soll eine Urnenwand mit zehn Kammern aufgestellt werden", fasste Rausch den Vorschlag der Verwaltung zusammen. Der Ortsrat Güdesweiler habe diesen Plan bereits abgesegnet.

"Ich sehe keine Veranlassung dazu, im ländlichen Raum Urnenwände aufzustellen", sagte Heinz Haupenthal (CDU). Und ging sogar noch einen Schritt weiter: "Das verschandelt die Friedhöfe. Noch haben wir Beerdigungen und nicht Bekämmerungen." Es ginge hier darum, Grundlagen zu schaffen, erinnerte Dirk Schäfer (CDU). "Wie jemand beigesetzt wird, das entscheidet er selbst oder die Angehörigen." Heinz-Detlev Puff (SPD) sah in der Errichtung der Urnenwände vor allem die Erfüllung der Bürgerwünsche. "Sie haben sich für Urnenwände ausgesprochen." Diese Argumentation überzeugte Heinz Haupenthal nicht, und so stellte er den Antrag, in Güdesweiler die Anzahl der Urnengräber zu verringern und auf die Errichtung einer Urnenwand zu verzichten. Mehrheitlich wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Stattdessen sprachen sich die Räte bei einer Gegenstimme für Urnengräber und Urnenwand in Güdesweiler aus.

Im nächsten Jahr sollen in Steinberg-Deckenhardt ebenfalls Urnengräber und Urnenwand entstehen. In Oberthal und Gronig werden in der Folge Urnenwände errichtet.