Wasserqualität ist noch immer schlecht

Wasserqualität ist noch immer schlecht

Überherrn/Großrosseln. Flüsse und Bäche machen nicht an Grenzen halt. Zur Verbesserung ihrer Wasserqualität bedarf es daher einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Der Stand der Dinge bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist am Dienstag im Kulturhaus Überherrn mit dem Schwerpunkt Rossel/Bist vorgestellt worden

Überherrn/Großrosseln. Flüsse und Bäche machen nicht an Grenzen halt. Zur Verbesserung ihrer Wasserqualität bedarf es daher einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Der Stand der Dinge bei der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist am Dienstag im Kulturhaus Überherrn mit dem Schwerpunkt Rossel/Bist vorgestellt worden.Mehr als 100 Vertreter deutscher und französischer Behörden und Umweltschutzverbände, Geographen der Saar-Uni und Kommunalpolitiker waren gekommen. Es herrschte die Atmosphäre einer internationalen Konferenz; da wurde simultan übersetzt, und die Teilnehmer trugen Kopfhörer. Was zu hören war, stimmte keineswegs froh: Die Wasserqualität der Fließgewässer ist zwar besser geworden, aber immer noch schlecht. Die Anpassung der Verfahren in Frankreich und Deutschland gelingt nicht immer. Es gibt bürokratische Hindernisse. Und wie die Gewässerschutzkosten in dreistelliger Millionenhöhe auf Industrie, Landwirtschaft und Bürger verteilt werden, steht auch noch nicht fest.Walter Köppen vom saarländischen Umweltministerium machte deutlich, dass der gemäß WRRL geforderte "gute Zustand" bei Bist und Rossel bis 2015 kaum zu erreichen sei. Vorgeschrieben ist, dass ein Gewässer auf keinen Fall schlechter werden darf, als es ist ("Verschlechterungsverbot"). Nährstoff- und Schadstoffeinträge sollen minimiert werden. Die WRRL setzt Fristen bis 2015, 2021 und 2027. Spätestens bis 2027 sollen demnach alle Gewässer in Europa in einem guten Zustand sein. Denis Besozzi von der Agence de l'Eau schätzte, dass bis 2021 erst zwei Drittel der Gewässer im Bereich Saar-Mosel in einem gutem Zustand seien. Bist und Rossel erreichen nach den Messungen auf deutscher und französischer Seite kaum bis 2015 den guten Zustand. Bei der Bist könnte es bis 2021 klappen, bei der Rossel nicht vor 2027. Die Belastungen durch die Industrie mit chemischen Stoffen wie Blei und Cyaniden, durch die Landwirtschaft mit Nitrat sowie organische Verunreinigungen durch mangelhafte Abwasserentsorgung sind zu hoch."In der Rossel gibt es keine Fische", sagte Köppen. "In der Bist - zumindest an den Prüftagen - auch nicht." Er ermunterte Kommunen, bereitstehendes Geld zur Renaturierung zu beantragen. Es gebe Zuschüsse von 50 bis 80 Prozent, allerdings kaum für "200-Meter-Strecken", eher für größere "sinnvolle strukturverbessernde Maßnahmen". Köppen: "Eine Renaturierung kostet zwischen 100 und 3000 Euro pro Meter."

Nach Art einer internationalen Konferenz mit Simultanübersetzung verlief im Kulturhaus Überherrn die Veranstaltung zur europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Foto: Gerhard Alt.

Auf einen BlickDer Rat der Europäischen Gemeinschaft hat 2000 die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verabschiedet. Ihr Ziel ist ein guter Zustand des Oberflächen- und Grundwassers bis 2015 (ausnahmsweise bis 2021 oder 2027). Dazu soll grenzüberschreitend die Gewässerbewirtschaftung innerhalb von festgelegten Flusseinzugsgebieten koordiniert werden. Das Saarland und Lothringen sind dem Flusseinzugsgebiet Rhein zugeordnet und arbeiten im Bereich Mosel-Saar zusammen. Beteiligt sind das saarländische Umweltministerium, die Agence de l'Eau Rhin-Meuse, ein Arbeitskreis Gewässer der Saar-Uni und das lothringische Beratungsbüro Fluvial. gal