1. Saarland

Was geschieht mit der Halde?

Was geschieht mit der Halde?

Sulzbach. In nicht öffentlicher Sitzung wird heute im Bauausschuss des Sulzbacher Stadtrates über einen "Solarpark Halde Maybach" debattiert. Denn die erneuerbaren Energien sind, wie man hinlänglich weiß, der Weg in die Zukunft. Die Photovoltaikanlage auf der Halde Mellin in Sulzbach ist indessen schon im Entstehen begriffen

Sulzbach. In nicht öffentlicher Sitzung wird heute im Bauausschuss des Sulzbacher Stadtrates über einen "Solarpark Halde Maybach" debattiert. Denn die erneuerbaren Energien sind, wie man hinlänglich weiß, der Weg in die Zukunft. Die Photovoltaikanlage auf der Halde Mellin in Sulzbach ist indessen schon im Entstehen begriffen. Bis Mitte 2013 soll hier - auf einer Gesamtfläche von 15 Hektar - umweltfreundlicher Strom produziert werden.Mit dem Thema Halde Maybach kamen vor wenigen Tagen die beiden CDU-Fraktionsmitglieder Alfred Herr und Hermann Kreis in die SZ-Redaktion. Schon vor knapp 30 Jahren beschäftigte dieser "Hügel" den ehemaligen Bergmann Kreis - noch als SPD-Mitglied. Das Unternehmen Saarberg plante die Aufschüttung auf dem Gelände der stillgelegten Grube Maybach. Das Vorhaben sollte ohne größere Beeinträchtigung der umliegenden Bevölkerung über die Bühne gehen.

Vor fünf Jahren lieferte die Halde wieder Gesprächsstoff, denn nach dem schweren Grubenbeben in Saarwellingen wurden die Transporte dorthin eingestellt. Zuvor hatten sechs Tage die Woche von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr am Abend voll beladene Lastwagen tonnenweise Bergematerial vom Bergwerk in Ensdorf auf die Halde Maybach verbracht. Zeitweise waren bis zu 450 Brummis 30 Kilometer unterwegs quer durchs Saarland. Zu Beginn des Jahres 2008 wiederum führten die Ablagerungen auf der Halde in einigen Wochen, in denen es trocken-kalt war und eisiger Ostwind herrschte, zu Staubbelästigungen in der Umgebung.

Und nun, so Herman Kreis und Alfred Herr, sei es Zeit, eine vorläufige Bilanz zu ziehen und einige noch offene Fragen zu klären: Bekanntlich habe auf der Halde Maybach das Bergwerk Saar neben dem für Bergehalden üblichen Abraum auch noch Flotationsschlamm abgekippt. Das ist der Schlamm, der übrig blieb, wenn die Kohle von Wasser und Gestein getrennt wurde. Herr und Kreis wollen nun wissen, mit welchen Auswirkungen in Zukunft zu rechnen ist, wenn sich der Schlamm ins Innere der Halde absetzt. Kann es zu Ausbrüchen an den Haldeflanken kommen? Droht eine Versumpfung? Ist der Schlamm bei Trockenheit flugfähig? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat dies auf die Bevölkerung?

All diese Fragen, so die beiden CDU-Stadtverordneten, müssten geklärt sein, bevor die Halde aus der Bergaufsicht entlassen wird, die RAG damit die Verantwortung abgibt. Erst dann könne eine Folgenutzung angegangen werden. "Denn was jetzt entschieden wird, ist für die Ewigkeit."