Neuer Krankenhausplan 2018-2025: Was der neue Plan für die Kliniken bedeutet

Neuer Krankenhausplan 2018-2025 : Was der neue Plan für die Kliniken bedeutet

Die Krankenhäuser im Saarland sollen gut 500 zusätzliche Betten erhalten. Die SZ zeigt, welche Standorte besonders profitieren.

Im Gesundheitsministerium an der Saarbrücker Bismarckbrücke haben sich in den vergangenen Wochen die Manager der Krankenhausträger die Klinke in die Hand gegeben. Gesundheitsministerin Monika Bachmann und ihr Staatssekretär Stephan Kolling (beide CDU), der seit 2017 in Personal­union auch die Krankenhaus-Abteilung des Ministeriums leitet, haben mit ihren Fachbeamten am Krankenhausplan 2018-2025 gefeilt, im April soll das Dokument durchs Kabinett.

Mit ihrem Entwurf, der unserer Zeitung vorliegt, bewegen sich Bachmann und Kolling an der oberen Grenze des Korridors, den Kölner Berater 2017 für den künftigen Betten-Bedarf errechnet hatten: Sie wollen, verteilt auf die 25 Standorte und 33 Fachdisziplinen, 6882 Betten, ein Plus von mehr als 500 gegenüber heute. Damit wäre der jahrzehntelange Betten-Abbau gestoppt.

Krankenhauslandschaft im Saarland. Foto: SZ/Müller, Astrid

Für einige Krankenhäuser ergeben sich massive Veränderungen. Die Caritas-Klinik St. Theresia in Saarbrücken, bekannt auch unter ihrem früheren Namen „Krankenhaus Rastpfuhl“, bekommt 95 Betten hinzu und wächst um mehr als ein Viertel. Das Caritas-Verbundklinikum Saarbrücken aus St. Theresia und St. Josef Dudweiler wird künftig mit 623 Betten zahlenmäßig größer sein als das städtische Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg (567). Für den Winterberg hatte der Gutachter ursprünglich einen Abbau von 55 Betten empfohlen. Bachmann und Kolling ließen die Zahl aber in etwa konstant. Das Referenzjahr für die Empfehlung des Gutachters sei wegen Umbauarbeiten ungünstig gewesen, sagte Bachmann.

Krankenhauslandschaft im Saarland. Foto: SZ/Müller, Astrid

Auffällig sind auch die Veränderungen im Nordsaarland. Seitdem Marienhaus im Sommer 2017 angekündigt hatte, den Standort Wadern zu schließen, fürchten viele Menschen dort um ihre Versorgung im Notfall. Inzwischen ist die Klinik geschlossen. Sie habe mit allen Trägern mehrfach gesprochen, sagte Bachmann, doch keiner habe sich bereit erklärt, eine Nordsaarlandklinik zu bauen, die etwa 90 Millionen Euro koste. Daher werde die Versorgung durch die Krankenhäuser in Lebach, Merzig, Losheim, St. Wendel und Hermeskeil sichergestellt. Sollte sich doch noch ein Träger finden, können die Betten im Krankenhausplan laut Bachmann umgeschichtet werden – zulasten der umliegenden Standorte. Marienhaus hat laut Bachmann eine Garantie abgegeben, den Standort Losheim mindestens die nächsten fünf Jahre lang zu erhalten. Dort sollen künftig die in der Vergangenheit in Wadern genutzten Großgeräte CT und MRT betrieben werden.

Konkret sieht der Entwurf des Krankenhausplans unter anderem vor: Das Caritas-Krankenhaus Lebach bekommt eine neue Geriatrie-Abteilung sowie zusätzliche Betten der Grundversorgung (Chirurgie, Innere Medizin, Intensiv), unter dem Strich 55 Betten zusätzlich. Auch Merzig (plus 13), Losheim (plus 16) und St. Wendel (plus 45) sollen gestärkt werden. In St. Wendel könnte eine neue Neurologie-Abteilung betrieben werden. Die Mainzer Landesregierung habe zudem zugesagt, dass der Standort Hermeskeil erhalten bleibt, so Bachmann.

Größere Verschiebungen wird es auch im Raum Saarlouis/Dillingen geben. Den Standort Dillingen will Marienhaus bis 2019 aufgeben. Dafür soll Saarlouis um 88 Betten wachsen. In Neunkirchen wird sich das Fliedner-Krankenhaus (minus 45) völlig neu aufstellen. Es soll sich ganz auf Psychiatrie und Psychotherapie konzentrieren. Zahlreiche Betten wandern daher ins Neunkircher Diakonie-Klinikum (plus 37), das daher wachsen soll. Beide Häuser sollen in Zukunft zusammengeführt werden. Starke Profiteure des neuen Bettenplans sind auch die SHG-Kliniken in Völklingen (plus 42) und die relativ kleine Marienhausklinik in Ottweiler (plus 36).

Das Uniklinikum, das größte Krankenhaus im Land, bekommt 148 neue Betten. Unter anderem sollen 32 Betten in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe hinzukommen, weil nach einer Klinik-Schließung in Zweibrücken mehr Geburten in Homburg erwartet werden.