1. Saarland

Was bietet der „Erlebnisort“?

Was bietet der „Erlebnisort“?

Nach langem Anlauf wird jetzt in Kürze die Standort-Broschüre für Reden und seine touristischen Angebote vorliegen. Mit dem Titel „Erlebnisort Reden“, nicht „Garten Reden“.



"Die Broschüre ist im Druck", bestätigte Kreis-Pressesprecherin Nicole Cayrol auf Anfrage. "Sie wird Mitte Januar in Gemeinden, Tourismus-Informationen und Sehenswürdigkeiten ausliegen." Und wer verantwortet die Namensentscheidung? "Der Name Erlebnisort Reden wurde von Industriekultur Saar und Ministerium entwickelt", heißt es im Antwortschreiben weiter. "Der Begriff Erlebnisort passt zum Angebot und zur Entwicklung, die der Standort genommen hat. Wir machen Vergangenheit und Zukunft, Natur und Industriekultur für die Besucher erlebbar."

Für die Saison 2013 bereits hatten die Industriekultur Saar (IKS) und die Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises Neunkirchen (TKN) touristische Pakete für Reden schnüren und drucken wollen (wir berichteten). Wegen Umstrukturierungsmaßnahmen bei der IKS verzögere sich die Publikation, hieß es im Frühjahr vom Kreis. Intern war jedenfalls auch der vorgesehene Titel "Garten Reden" nicht freigegeben, vielmehr diskussionswürdig. Strukturholding-Saar-Geschäftsführer Bernd Therre sprach von "Abstimmungsbedarf".

Die Broschüre enthält laut Kreis Programmvorschläge für Reden. Etwa Themenführungen wie Wassergärten, Führungen durch das Zechengebäude mit Einblick in die Schatzkammer, Besuche in der Ausstellung "Das Erbe", in der Geologie-Ausstellung oder beim Zentrum für Biodokumentation. Ferner sind aufgelistet "Gondwana - das Praehistorium", die Radroute "Tour d'énergie" mit E-Velo-Verleih bei der TKN, Wanderung zur Almhütte auf der Halde oder Gastronomie-Angebote. Jetzt also Erlebnisort. Klar, es gibt auch was zu erleben in Reden - ehemals Bergbau-Standort, als Strukturwandel-Projekt Zukunftsort genannt, von den Machern der IKS zum "Garten Reden" kultiviert. Das mit dem "Garten (R)Eden" hat nicht allen gefallen. Andere haben den Namen gehegt und gepflegt. Und er ging auch nach und nach in den Sprachgebrauch ein. Gedeihlich wäre es sicher gewesen, die Namensdiskussion offener, öffentlicher zu führen. Und hätte diese Diskussion vor allem nicht früher ihren Abschluss finden müssen? Die Standort-Broschüre Reden lag ein Jahr in der Schublade.