1. Saarland

Warndt-Katholiken in finanziellen Nöten

Warndt-Katholiken in finanziellen Nöten

Emmersweiler. Wo bieten sich Einsparmöglichkeiten? Und wie können die Einnahmen gesteigert werden? Diese Fragen wurden gestern während einer Pfarrversammlung in der Emmersweiler Kirche diskutiert. Denn die katholische Pfarrgemeinde St. Barbara braucht Geld, damit sie die dringend notwendige Sanierung ihrer drei Gotteshäuser finanzieren kann

Emmersweiler. Wo bieten sich Einsparmöglichkeiten? Und wie können die Einnahmen gesteigert werden? Diese Fragen wurden gestern während einer Pfarrversammlung in der Emmersweiler Kirche diskutiert. Denn die katholische Pfarrgemeinde St. Barbara braucht Geld, damit sie die dringend notwendige Sanierung ihrer drei Gotteshäuser finanzieren kann.Nur rund 50 der etwa 1800 Katholiken folgten der Einladung. Aber diejenigen, die kamen, hatten viele Ideen mitgebracht. Die Vorschläge reichten von der Photovoltaikanlage auf dem Dach bis hin zur langfristigen Spendenaktion. Und einfachere Handwerkerarbeiten - zum Beispiel wie etwa das Streichen der Kirchentür in St. Nikolaus - können womöglich in Privatinitiative erledigt werden.

Auch ungewöhnliche Vorschläge standen am Sonntagmorgen beim Brainstorming im Raum: Könnte sich St. Nikolaus zum Wallfahrtsort für Pilger entwickeln? Und muss die Kirche Dienstleistungen wie Taufe oder Trauung eigentlich zum Nulltarif anbieten? Ein weiterer, erst nach der Versammlung geäußerten Vorschlag: Um Heizkosten zu sparen, könnten Gottesdienste im Winter im Pfarrheim gefeiert werden. Auch eine Kooperation von Katholiken und Protestanten bei der Gebäudenutzung wurde angesprochen. Die Schließung einer der drei Kirchen, betonte Pfarrer Lothar Stoffel, werde aber zurzeit nicht diskutiert.

Zu Beginn der Versammlung hatten die Vertreter von Pfarrei und Rendantur über die aktuelle Situation informiert. Die Mängelliste ist lang: In der Emmersweiler Kirche muss die Glasfassade saniert werden, in der Sakristei zeigen sich Risse in der Decke. Auch im Pfarrheim stehen Dachsanierungen an. Und in den Filialkirchen in St. Nikolaus und Naßweiler müssen die Außentreppen, die Elektrik und die Glockenstühle in Schuss gebracht werden. Einige Maßnahmen sind bereits durchkalkuliert: In die Sanierung der Kirche Emmersweiler sollen 152 000 Euro fließen, die Renovierung des benachbarten Pfarrheims kostet 72 000 Euro. In St. Nikolaus müssten 41 000 investiert werden, in Naßweiler 25 000 Euro. Hinzu kommt ein "Betrag X". Dahinter verstecken sich Kosten, die man jetzt noch nicht beziffern kann. Geschätzte Gesamtinvestitionen: 575 000 Euro.

Da die Rücklagen fast komplett aufgebraucht sind, kann die Pfarrei den geforderten Eigenanteil von rund 275 000 Euro nicht aufbringen. Allein im vergangenen Jahr überstiegen die Bewirtschaftungskosten die Einnahmen um über 10 000 Euro. "Wir werden die Vorschläge zusammenfassen", erklärte Pfarrer Stoffel nach eineinhalb Stunden. Nach der Diskussion in den Räten werden dann erste Entscheidungen getroffen.

Viel Geld dürfen diese aber nicht kosten. Ein Kassensturz hat gezeigt, dass die Pfarrgemeinde im Juni nur noch knapp 19 500 Euro freie Mittel zur Verfügung hatte. Große Sprünge sind damit nicht möglich - allein die Heizkosten schlugen im vergangenen Jahr mit über 21 000 Euro zu Buche.

Auf einen Blick

Auf etwa 575 000 Euro schätzen Bau-Fachleute die Kosten für die Sanierung der Kirchengebäude in Emmersweiler, St. Nikolaus und Naßweiler. Diesen für eine kleine Gemeinde enorm hohen Betrag muss die Pfarrei St. Barbara aber nicht ganz alleine schultern; ihr Eigenanteil beläuft sich auf ungefähr 275 000 Euro. Die restlichen 300 000 Euro schießt das Bistum Trier zu. tan