Geschäftsführer der Kita gGmbH Saarland Nach 24 Jahren Amtszeit – emotionaler Abschied für Rainer Borens

Wallerfangen/Dillingen · Nach 24 Jahren an der Spitze der Katholischen Kita gGmbH Saarland ist Rainer Borens jetzt als kaufmännischer Geschäftsführer in den Ruhestand verabschiedet worden. Er übergab den Staffelstab nun an seine Nachfolgerin.

 Rainer Borens (rechts) übergibt einen Abakus als symbolischen Staffelstab an seine Nachfolgerin Julia Selzer als neue kaufmännische Geschäftsführerin der Katholischen Kita gGmbH Saarland.

Rainer Borens (rechts) übergibt einen Abakus als symbolischen Staffelstab an seine Nachfolgerin Julia Selzer als neue kaufmännische Geschäftsführerin der Katholischen Kita gGmbH Saarland.

Foto: Oliver Morguet

Im herrlichen Garten der Villa Fayence in Wallerfangen Kreis Saarlouis ging jetzt eine Ära zu Ende. Rainer Borens, der die gemeinnützige im Katholische Kita Gesellschaft Saarland von ihren Anfängen im Jahr 2000 bis Ende Mai dieses Jahres geleitet hatte, wurde mit einem bunten Fest in den Ruhestand verabschiedet. Als Borens (64) aus Mettlach die Aufgabe vor 24 Jahren übernommen hatte, zählte die Gesellschaft 30 Kindergärten, heute sind es 154 Einrichtungen im gesamten Saarland, ausgenommen der Saar-Pfalz-Kreis, weil der nicht zum Bistum Trier sondern zu Speyer gehört. Die Kita gGmbH Saarland hat rund 3440 Mitarbeiter und betreut etwa 13 500 Kinder.

Die Anfänge der langen Amtszeit

Holger Sturm, Leiter des Teams Religionspädagogik und Pastoral in Kindertageseinrichtungen im Bistum Trier, blickte in einer kurzen Ansprache im Rahmen des Wortgottesdienstes zu Beginn der Feier auf die Anfänge zurück. Er griff das Gleichnis vom Sämann aus dem Evangelium auf. „Auch die Kita GmbH Saarland war zu Beginn ein kleines Pflänzchen, und Rainer Borens war von Beginn an dabei.“ Er betonte vor allem das Geschick bei den Verhandlungen des ehemaligen kaufmännischen Geschäftsführers mit den Kommunen und Landkreisen.

„Als sie vor knapp 24 Jahren als kaufmännischer Geschäftsführer der Kita gGmbH Saarland angefangen haben, war das der Start in ein Wagnis“, blickte Matthias Struth, Domkapitular und seit einem Jahr Aufsichtsratsvorsitzender der Kita gGmbH, auf die Anfänge zurück: „Den Start begleiteten damals zahlreiche kritische Töne sowie Skepsis von innen und außen. Sie standen damals in ihrem provisorischen Büro in Neuforweiler vor deutlich mehr Fragen als Antworten.“ Aus diesen bescheidenen Anfängen heraus habe Borens die Gesellschaft zum größten saarländischen Kita-Träger mit einem Jahresumsatz von rund 146 Millionen Euro entwickelt.

Wohl der Kinder und lösungsorientierter Pragamtismus

Zu den großen Verdiensten des langjährigen Geschäftsführers gehören laut Struth unter anderem die Finanzierungsverträge mit den Kommunen und Landkreisen, die Einrichtung einer Gesamtmitarbeitervertretung und einheitliche Elternbeiträge. Dabei habe Borens immer das Wohl der Kinder in den Vordergrund gestellt. Seine Arbeit sei dabei von einem lösungsorientierten Pragmatismus geprägt gewesen, dabei hochengagiert und sehr kollegial, gleichzeitig bodenständig und nahbar. Struth wünschte Borens Gesundheit und Gottes Segen.

„Wir haben schnell Gemeinsamkeiten gefunden“, erzählt Judith Kost, seit Mai 2021 pädagogisch-theologische Geschäftsführerin der Kita gGmbH Saarland. Sie werde Borens als Kollegen und als Mensch vermissen. Zum Abschied hing sie ihm ein Schild um – „Kollegen abzugeben, noch zu brauchen!“ „Damit darf ich aber nicht durch die Saarlouiser Altstadt gehen, denn dann habe ich gleich wieder einen Job“, entgegnete Borens.

Borens erinnert sich an seine größten Herausforderungen

Als die größten Herausforderungen seiner Amtszeit benannte Borens die beiden Flüchtlingswellen aus Syrien und der Ukraine sowie die Corona-Pandemie. Der Abschied sei mit viel Wehmut verbunden. Vermissen werde er vor allem die „vielen lieben Menschen“ in der Kita gGmbH wie auch in den Kommunen, Landkreisen und Ministerien. Allerdings habe er gemerkt, dass seine Akkus schneller leer werden und er längere Erholungsphasen brauche. Seine Freizeit will er vor allem seiner Familie widmen, sagte er in Richtung seiner Frau, seinen Kindern, Schwiegerkindern und Enkel, die zur Verabschiedung gekommen waren.

Das ist die neune kaufmännische Geschäfstführerin

Die neue kaufmännische Geschäftsführerin Julia Selzer ist 38 Jahre alt und stammt aus Losheim. Die Diplom-Volkswirtin ist bereits seit achteinhalb Jahren bei der Kita gGmbH Saarland und konnte sich in den vergangenen Jahren bereits als Borens‘ Assistentin gut in die Materie einarbeiten. „Ich bin sehr froh, sie bei dem Bewerbungsverfahren kennengelernt zu haben, sie überzeugt durch ihre kompetente Art und Sachkenntnis“, lobte Struth, der Selzer wünschte, dass sie sich die Freude an ihrer Tätigkeit erhalten möge.

„Borens hat Julia Selzers Potenzial früh erkannt, sie gefördert und gut auf ihre neue Aufgabe vorbereitet gut“, lobte Kost. Mit Selzer und Kost stehen jetzt erstmals zwei Frauen gemeinsam an der Spitze der Kita gGmbH Saarland, nachdem 21 Jahre lang mit Borens und Kosts Vorgänger Thomas Schmitz zwei Männer verantwortlich gezeichnet hatten.

Viele Geschenke für den ehemaligen Geschäftsführer

Für den ehemaligen Geschäftsführer gab’s viele Geschenke. Die originellsten: zwei Trikots im Design der Kita gGmbH, eines zum Laufen und eines zum Radfahren. Die soll der passionierte Sportler tragen und damit für neue Mitarbeiter werben, um so dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, so der Wunsch Selzers und Kosts, die die Präsente überreichten.

Gefreut hat sich Borens auch über die Liedbeiträge der Kinder der Tagesstätte St. Katharina Wallerfangen, die ihm zudem einen Kuchen in Herzform gebacken hatten.