1. Saarland

Waldrand dient als Mülldeponie

Waldrand dient als Mülldeponie

Kreis Neunkirchen. Steine, Pflanzenkübel, Müllsäcke, Pappe: Ein trauriges Bild, das sich am Waldrand bei Landsweiler-Reden bietet. Hier entsorgt so mancher Bürger ungeniert seinen Müll. "Der Blick fürs Ordentliche endet oftmals leider am Gartenzaun", weiß der zuständige Förster Ingo Piechotta

Kreis Neunkirchen. Steine, Pflanzenkübel, Müllsäcke, Pappe: Ein trauriges Bild, das sich am Waldrand bei Landsweiler-Reden bietet. Hier entsorgt so mancher Bürger ungeniert seinen Müll. "Der Blick fürs Ordentliche endet oftmals leider am Gartenzaun", weiß der zuständige Förster Ingo Piechotta. In Neunkirchen in der Waldstraße zeigt der Förster Stellen, an denen die Anwohner ihre Gartenabfälle gerade mal schnell beim "Waldnachbarn" entsorgen. "Da es sich um Biomüll handelt, meinen viele Bürger, dass es sich dabei um einen guten Dünger für den Waldboden handelt", so Piechotta. Doch weit gefehlt. "Diese Gartenabfälle bewirken, dass im Wald Sachen wie zum Beispiel Brennessel wachsen, die einfach nicht in den Wald gehören", erklärt der Fachmann. Zudem ziehe der verbotenerweise gelagerte Grünschnitt weiteren Dreck an. "Außerdem sieht es doch einfach nicht schön aus", so Piechotta, der auch darauf hinweist, dass die Beseitigung dieser Müllablagerung für die Waldarbeiter jede Menge Arbeit bedeute. Und nicht nur das: "Es kostet den Saarforst und somit die Steuerzahler auch viel Geld, diese Müllablagerungen ordnungsgemäß zu entsorgen", sagt der Förster. Und nicht nur ihren Biomüll laden die Bürger ab, wer mit offenen Augen durch den Wald - genauer gesagt den Waldrand, der an Wohnhäuser grenzt - geht, der findet auch schonmal größere Ansammlungen von Bauschutt. Um das zu vertuschen, hat in der Nähe der Waldstraße sogar jemand Rasen auf dem Bauschutt gesät. Die Pressestelle der Stadt Neunkirchen weist in diesem Zusammenhang auf Anfrage ausdrücklich darauf hin, dass die Müllentsorgung im Wald illegal ist und konsequent mit Bußgeld geahndet wird.Vor allem, so die Stadtpressestelle, sei die korrekte Entsorgung von Gartenabfällen ganz simpel. Man könne die Abfälle auf seinem eigenen Grundstück kompostieren, man könne die Abfälle kostenlos in der Kompostieranlage abgeben und zudem auch noch die Biotonne nutzen.Das kann Förster Piechotta nur bestätigen. Aber nicht nur mit der illegalen Müllentsorgung haben er und somit der Saarforst zu kämpfen. Auch die "illegale Inanspruchnahme fremden Eigentums" ist ein großes Thema. Heißt: Es gibt Bürger, die, ohne dass sie ein Stück Land vom Saarforst gepachtet haben, dieses als Verlängerung ihres eigenen Grundstückes nutzen. Dieses "verlängerte Grundstück" wird von so manchem sogar geradezu liebevoll gepflegt. Nützt aber nichts, das Land gehört ihm nicht, so lange er es nicht beim Saarforst pachtet. Meinung

Was Du nicht willst . . .

Von SZ-Redakteurin Yvonne Wildschütz Man stelle sich vor, die Waldarbeiter des Saarforstes würden den heimischen Garten gestalten, wie es dem Forst in den Sinn kommt. Das würde sicher kein Eigentümer wollen. Verständlich, dass es auch dem Forst nicht gefällt, wenn ohne dass ein Pachtvertrag besteht, einfach staatseigenes Land genutzt wird. Und nicht nur das: Wer seinen Müll kostenlos am Waldrand entsorgt, der schädigt nicht nur die Umwelt, der belastet auch den Steuerzahler. Wer hier kostenfrei seinen eigenen Müll entsorgt, für den zahlen letztlich dann doch alle. Und das kann nicht sein. Außerdem ist es nicht gerade idyllisch, in einem Wald spazieren zu gehen, in dem man mit einem Müllberg begrüßt wird. Belastend für den Wald ist auch der ganze Kompost, den die Bürger in Massen ankarren. Denn: Ob und wie viel gedüngt wird, entscheiden Förster und Waldarbeiter, nicht aber die Bürger. Leider fehlt hier oft das Unrechtsbewusstsein. So nach dem Motto: Ist doch biologisch abbaubar . . . Auf einen BlickZirka 9000 Euro hat Förster Ingo Piechotta vom 1. Januar bis zum 30. Juni in seinem Gebiet für die Müllbeseitigung ausgegeben. Davon entfallen 7000 Euro auf die Personalkosten, also auf die Waldarbeiter, die den Müll entsorgt haben. Die restlichen 2000 Euro wurden in die Müllbeseitigung investiert. 6405 Kilo Müll hat das Team um Piechotta dieses Jahr bereits entfernt. Dabei waren 63 Autoreifen, ein Öltank, 140 Kilo Bauschutt sowie 20 Elektrogeräte. ywi