Waldparkplatz statt Entlastungsstraße

Sulzbach. "Die Stimmung in der Neuweiler SPD für das Projekt neue Entlastungsstraße zum kaufmännischen Berufsbildungszentrum in Neuweiler ist gekippt". Dies erklärte der Chef der Sulzbacher SPD-Stadtratsfraktion, Rainer Latz, im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung

Sulzbach. "Die Stimmung in der Neuweiler SPD für das Projekt neue Entlastungsstraße zum kaufmännischen Berufsbildungszentrum in Neuweiler ist gekippt". Dies erklärte der Chef der Sulzbacher SPD-Stadtratsfraktion, Rainer Latz, im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung. Zwar seien die Neuweiler Genossen immer noch für eine Entlastung des Autoverkehrs, aber nicht mehr für die neue Straße durch den Wald unterhalb des Schulzentrums. Die neue Anbindung sei mit geschätzten 800000 Euro viel zu teuer. Außerdem müssten für das Projekt mindestens 1000 Bäume gefällt werden. Also würde viel Wald unwiderruflich verschwinden.Außerdem, so sagt Latz, argumentierten die Neuweiler Kollegen, dass sich auch mit einer neuen Anbindung die Parksituation rund um die Schule nicht verbessern werde. Latz: "Während des Unterrichts sind die Seitenstraßen immer zugeparkt." Aber genau diese Parkprobleme in der so genannten Kettlersiedlung seien am gravierendsten.Der starke Autoverkehr sei an Schultagen nur zweimal pro Tag für etwa eine halbe Stunde. "Müssen wir deshalb für viel Geld eine neue Zufahrtsstraße bauen?," fragt Rainer Latz und erinnert auch daran, dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Schülerzahlen sinken. Wie schnell vom Land eine Schule geschlossen werde, habe man in Neuweiler mit der Pestalozzischule leidvoll erfahren. Man sollte also über alternative Möglichkeiten nachdenken, fordert der SPD-Fraktionschef und bringt einen Vorschlag des Sulzbacher Revierförsters Hubert Dörrenbächer ins Spiel. Dieser regt an, am Sulzbacher Weg, unterhalb der Schule, einen Waldparkplatz für etwa 40 bis 50 Autos anzulegen. Dörrenbächer erklärt: "Die Schüler, die von Sulzbach her kommen, brauchen dann nicht mehr durch Neuweiler zu fahren." Eine Treppe hoch zur Schule sei schon vorhanden. Auch für eine Notzufahrt zum Wohngebiet hat er eine Idee: "Man könnte den Fußweg vom Friedhof zu den Sportplätzen ausbauen, aber die Zufahrt zum Koppshausweg mit Pollern sperren, um den Durchgangsverkehr zu vermeiden", so der Mann vom Forst. Für Rainer Latz und seine Fraktion sind diese Vorschläge durchaus überlegenswert. Zumal sie "viel weniger kosten und nur einige Bäume gefällt werden müssen". Zur Erinnerung: Über eine neue Straße zum BBZ Neuweiler wird schon seit Ende der 90er Jahre diskutiert. 2007 gab die Stadt eine Verkehrsuntersuchung in Auftrag. Eine neue Straße bringe 30 Prozent Entlastung, so das Ergebnis. Bis auf die FDP waren bisher alle Fraktionen im Rat für das Projekt. Doch jetzt scheint die Mehrheit zu bröckeln. "Man könnte den Fußweg vom Friedhof zu den Sportplätzen ausbauen, aber die Zufahrt zum Koppshausweg mit Pollern sperren." Revierförster Hubert Dörrenbächer