1. Saarland

Waldhölzbacher wollen endlich ein Jugendhaus

Waldhölzbacher wollen endlich ein Jugendhaus

Der Jugendtreff ist ein lang gehegter Wunsch des Waldhözbacher Jugendclubs. Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen – durch „Ding Dein Dorf“, eine Aktion des Landesjugendrings. Ein Ortstermin wurde vereinbart.

Anpacken wollen die rund 30 Leute des Waldhölzbacher Jugendclubs, um endlich ein Dach über dem Kopf zu haben. "Wir haben Maurer, Schreiner, Elektriker und Dachdecker", zäh- len Vorsitzende Jasmin Bies und

ihre Mitstreiter Philipp Thome und Michael Zimmer auf. Und einen Architekten können sie - falls nötig - auch aus dem Hut zaubern, verrät Zimmer auf die Frage von Georg Vogel. Der Geschäftsführer des Landesjugendrings ist an diesem Dienstagabend in die Eisenbahnhalle gekommen, um mit den Jugendlichen und den Verantwortlichen aus der Gemeinde und dem

Kreis die Projekte auszuhandeln, die für die jungen Leute ganz oben auf der Hitliste stehen - im Rahmen von "Ding Dein Dorf".

Die Fortsetzung des Projektes von 2008 hat der Landesjugendring im Februar gestartet. Eine Frage brannte den Akteuren dabei unter den Nägeln: Wie jugendfreundlich ist die Gemeinde oder Stadt? Was muss besser werden? Die Adressaten: Leute von 12 bis 21 Jahren, die eine Note abgeben sollten. Die Gemeinde Losheim hat eine 3,1 erhalten - die gleiche Bewertung wie der Grüne Kreis. Obwohl die Jungs und Mädels nach Darstellung von Peter Glieden aus Waldhölzbach ihrer Gemeinde viel Gutes abgewinnen können - wie die schöne Landschaft, die gute Luft, der See und das Dorffest in Scheiden - "gilt es doch, einiges zu ändern."

Schlechte Busverbindungen - vor allem an den Wochenenden - nennt er als einen Kritikpunkt und spricht vielen der gut 20 Leute aus der Seele, die an dem Abend in der Eisenbahnhalle ihre Anregungen vorbringen. Was ihn ebenfalls stört: Auf das Jugendtaxi sei kein Verlass. Trotz Zusage komme es nicht oder lehne eine Beförderung ab. Schnelleres Internet für Scheiden fordert Glieden außerdem - ein Wunsch, der Karsten Jakobs und Andreas Wald vom Jugendclub am Herzen liegt. Auch sollten mehr Partys für junge Leute in der Eisenbahnhalle steigen - ein Anliegen, das nicht nur Kai Ries umtreibt. "Die Halle wird vermietet", sagt Bürgermeister Lothar Christ. Er will nach seiner Aussage mit den Veranstaltern reden, es mit einer Jugendparty zu probieren. Auch in Sachen temporeicherer Datenautobahn macht der Verwaltungschef Hoffnung. Er sagt zu, Fakten über Internet per Funk zu sammeln. Danach sollen nach seinen Worten Scheidens Ortsvorsteher Hubert Thiery und der Internet-Anbieter eingebunden werden.

"Wir wollen gesicherte Informationen an die Bürger geben." In Sachen Jugendtaxi und Bussen verspricht Volker Graeve vom Landratsamt Abhilfe. "Ich bespreche diese Probleme mit den beteiligten Unternehmen", sagt der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

40 000 Euro im Haushalt

Bei den Waldhölzbachern steht ein Jugend-Treff ganz oben auf der Wunschliste. "Wir engagieren uns im Ort, richten die Beerdigung der Fastnacht aus, das Open-air Hexzess aus oder den Nikolausmarkt", nennt Vorsitzende Jasmin Bies Beispiele. "Um die Sachen vorbereiten zu können, brauchen wir einen Treffpunkt." Die Forderung der Jugendlichen kennen Verwaltungschef Christ, Jugendpfleger Udo Ripplinger und die beiden Sachbearbeiterinnen Melanie Jakobs und Silvia Kreis sehr wohl. "Es sind auch schon 40 000 Euro im Haushalt veranschlagt", sagt er. Sein Vorschlag: ein Treffen, um Standort und Umsetzung mit dem Jugendclub auszuloten. Eine Vorstellung über ein Zeitfenster hat Losheims Bürgermeister ebenfalls: Anfang bis Mitte Oktober. "Ich werde zu dem Termin Mitarbeiter des Bauamtes mitbringen. Ebenso soll ein Vertreter des Landeskreises vor Ort sein, um eventuelle Fragen zur Baugenehmigung zu klären."

Auch Waldhölzbachs Ortsvorsteher Manfred Feetzky sowie Pächter und Eigentümer benachbarter Veranstaltungs- und Vereinsräume sowie der Verband selbstverwalteter saarländischer Jugendzentren sollen einbezogen werden. Die möglichen Standorte: nahe des Backhauses oder am Sportplatz. Als Baubeginn stellt Christ Frühjahr kommenden Jahres in Aussicht. Damit der Treff zügig hochgezogen wird, sagen die Jugendlichen viel Eigenleistung zu: "Wir haben jede Menge Leute, die uns ehrenamtlich unterstützen."